Gebet

Welcher Rosenkranz an welchem Tag: die überlieferte Wochenordnung

Freudenreich, schmerzhaft oder glorreich: welche Geheimnisse an welchem Wochentag gebetet werden, woher die Ordnung stammt und welchen Wechsel nach dem Kirchenjahr manche alten Andachtsbücher kennen.

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Am Montag die Verkündigung, am Freitag die Kreuzigung, am Sonntag die Auferstehung: Wer täglich betet, fragt bald, welcher Rosenkranz an welchem Tag an der Reihe ist. Die Antwort steht in alten Andachtsbüchern und in einer Konstitution Papst Leos XIII. von 1898. Dieser Ratgeber zeigt die Wochenordnung als Tabelle, erklärt ihre Herkunft und den Wechsel nach dem Kirchenjahr, den manche Bücher für Advent, Fastenzeit und Osterzeit kennen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Wochenordnung des Rosenkranzes ist der Brauch, jedem Wochentag eine der drei Reihen von Geheimnissen zuzuteilen: freudenreich, schmerzhaft oder glorreich.
  • Montag und Donnerstag gehören den freudenreichen Geheimnissen, Dienstag und Freitag den schmerzhaften, Mittwoch, Samstag und Sonntag den glorreichen.
  • Papst Leo XIII. ordnete am 2. Oktober 1898 in der Konstitution Ubi primum an, beim öffentlichen Rosenkranz der Rosenkranzbruderschaften diese vom Heiligen Stuhl gebilligte Gewohnheit beizubehalten.
  • Einige ältere Andachtsbücher wechseln nach dem Kirchenjahr: freudenreich im Advent, schmerzhaft in der Fastenzeit, glorreich nach Ostern. Die amerikanischen Belege beziehen das auf die Sonntage.

Welcher Rosenkranz wird an welchem Tag gebetet?

Nach der überlieferten Wochenordnung betet man den freudenreichen Rosenkranz am Montag und Donnerstag, den schmerzhaften am Dienstag und Freitag und den glorreichen am Mittwoch, Samstag und Sonntag. Jede der drei Reihen umfasst fünf Geheimnisse, zu jedem Geheimnis betet man ein Gesätz.

Tag Rosenkranz und Geheimnisse
Montag freudenreich: Verkündigung, Besuch bei Elisabeth, Geburt Jesu, Aufopferung im Tempel, Wiederfindung im Tempel
Dienstag schmerzhaft: Todesangst am Ölberg, Geißelung, Dornenkrönung, Kreuztragung, Kreuzigung
Mittwoch glorreich: Auferstehung, Himmelfahrt, Sendung des Heiligen Geistes, Aufnahme Mariens in den Himmel, Krönung Mariens
Donnerstag freudenreich, wie am Montag
Freitag schmerzhaft, wie am Dienstag
Samstag glorreich, wie am Mittwoch
Sonntag glorreich, wie am Mittwoch; im Advent, nach Epiphanie und in der Fastenzeit nach manchen alten Büchern anders

Ein Gesätz ist ein Vater unser, zehn Ave Maria und das Ehre sei dem Vater. In jedes Ave Maria fügen Sie nach dem Namen Jesus einen kurzen Satz zum Geheimnis ein, am Montag etwa „den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast“. Das Römische Brevier beschreibt den Rosenkranz am Fest des 7. Oktober als Gebetsweise, in der fünfzehn Zehner des Englischen Grußes durch das Gebet des Herrn abgeteilt werden, und zu jedem Zehner betrachtet man eines der ebenso vielen Geheimnisse unserer Erlösung. Im Gebetsbegleiter zum Rosenkranz ist die Reihe des heutigen Tages hervorgehoben, mit allen Einfügungen.

Woher kommt die Ordnung der Wochentage?

Die Ordnung der Wochentage ist ein Brauch, den Papst Leo XIII. am 2. Oktober 1898 in der Apostolischen Konstitution Ubi primum über die Rosenkranzbruderschaften für deren öffentliches Rosenkranzgebet beizubehalten anordnete. Er nennt ihn eine Gewohnheit, die der Heilige Stuhl bereits gebilligt hatte.

„… wobei die von diesem Heiligen Stuhl gebilligte Gewohnheit beibehalten werde, im Umlauf jeder Woche die einzelnen Geheimnisse so zu betrachten: die freudenreichen am Montag und Donnerstag, die schmerzhaften am Dienstag und Freitag, die glorreichen schließlich am Sonntag, Mittwoch und Samstag.“

Leo XIII., Ubi primum, 2. Oktober 1898, Nr. XIII · eigene Übersetzung

Im lateinischen Text heißt es gaudiosa in secunda et quinta feria. Die Kirche zählt die Wochentage als feriae: Der Montag ist die zweite, der Donnerstag die fünfte. Der Satz hängt an der Weisung, den Rosenkranz am Altar der Bruderschaft möglichst täglich öffentlich zu beten; ein Gesetz für das private Gebet ist er nicht. Als Beleg verweist Leo XIII. in einer Fußnote auf eine Entscheidung der Ablasskongregation vom 1. Juli 1859 (Acta Sanctae Sedis 31, S. 262).

Schon 1807 steht die Ordnung in einem deutschen Gebetbuch. Ein in Bamberg gedruckter Anhang mit Gebeten und Liedern für eine Sodalität nennt in der Anleitung zur Werktagsmesse, die in der Kirche St. Jakob sechs Tage in der Woche gehalten wurde, als die eingeführte Ordnung: „Am Mondtag und Donnerstag Der freudenreiche. Am Diensttag und Freytag Der schmerzhafte. Am Mittwochen und Samstag Der glorreiche.“ Weil es um die Werktage geht, fehlt der Sonntag.

Welcher Rosenkranz wird am Donnerstag gebetet?

Am Donnerstag betet man nach der überlieferten Ordnung den freudenreichen Rosenkranz, wie am Montag. Er betrachtet die Menschwerdung des Sohnes Gottes und seine Kindheit, von der Verkündigung an die allerseligste Jungfrau bis zur Wiederfindung des zwölfjährigen Jesus im Tempel.

Alle fünf freudenreichen Geheimnisse erzählt das Evangelium nach Lukas in seinen ersten beiden Kapiteln. Am Montag und Donnerstag stehen also die Ereignisse in Nazareth, im Bergland von Judäa, in Bethlehem und im Tempel zu Jerusalem im Mittelpunkt.

Die alten Quellen begründen die Zuteilung der Tage nicht eigens. Zwei Tage tragen aber die Reihe, von der sie erzählen: Der Freitag ist der Rüsttag, an dem unser Herr gekreuzigt wurde (Joh 19, 31), und er gehört den schmerzhaften Geheimnissen. Der Sonntag ist der erste Tag der Woche, an dem die Frauen das leere Grab fanden (Mt 28, 1 bis 6), und er gehört den glorreichen. Den Samstag nennt der Katholische Katechismus der Bistümer Deutschlands von 1955 den Marientag der Woche; an ihm betet man die glorreichen Geheimnisse, die mit der Aufnahme und der Krönung Mariens schließen.

Welcher Rosenkranz im Advent, in der Fastenzeit und zu Ostern?

Einige ältere Andachtsbücher kennen einen Wechsel nach dem Kirchenjahr: im Advent und nach Epiphanie die freudenreichen Geheimnisse, in der Fastenzeit die schmerzhaften, von Ostern bis zum Advent die glorreichen. Amerikanische Bücher beziehen das auf die Sonntage, deutsche auf den öffentlichen Rosenkranz.

Zeit im Kirchenjahr Sonntags, nach Bugg 1892 und 1937
Advent freudenreiche Geheimnisse
Nach Epiphanie freudenreiche Geheimnisse, bis zur Fastenzeit
Fastenzeit schmerzhafte Geheimnisse
Ostern bis Advent glorreiche Geheimnisse

So steht es in einem amerikanischen Rosenkranzblatt von 1937 mit der Druckerlaubnis des Kardinals Dougherty, Erzbischof von Philadelphia, und schon 1892 in Lelia H. Buggs Buch The Correct Thing for Catholics. Auch im deutschen Sprachraum war der Wechsel nach den kirchlichen Zeiten bekannt, dort allerdings ohne Beschränkung auf den Sonntag. Die Christenlehrpredigten des Göttweiger Benediktiners Paulus Schwillinsky, in der Bearbeitung von Engelbert Gill 1915 in Graz mit kirchlicher Druckerlaubnis erschienen, berichten vom Rosenkranz während der stillen Messe: „den freudenreichen vom Advente an, den schmerzhaften dann in der Fastenzeit, den glorreichen nach Ostern bis zum Advente“.

Die Grenzen schwanken. Ein bei Pustet in Regensburg verlegtes Gebetbuch des Stadtpfarrers Carl Stumpf von 1868 setzt für die Rosenkranzandacht die freudenreichen Geheimnisse „vom ersten Adventsonntag bis Lichtmeß“, die schmerzhaften „von Lichtmeß bis Aschermittwoch oder Ostern“. Es handelt sich um Bräuche, die von Ort zu Ort verschieden waren, nicht um eine Vorschrift. Der Text Leos XIII. von 1898 nennt für den Sonntag keine Ausnahme.

Muss man sich an die Wochentage halten?

Für das private Gebet gibt es keine Pflicht, den Rosenkranz nach den Wochentagen zu beten. Die Wochenordnung ist ein gebilligter Brauch, der die drei Reihen gleichmäßig über die Woche verteilt. Für die Ablässe verlangt die Kirche, bei den gewohnten fünfzehn Geheimnissen zu bleiben.

Pater J. Procter, Provinzial der englischen Dominikaner, schreibt 1901 in seinem Rosenkranzhandbuch, die Geheimnisse dürften in jeder Reihenfolge gebetet werden, wie Anlass oder Gelegenheit es nahelegen. Wer etwa am Dienstag lieber die freudenreichen Geheimnisse betrachtet, betet nicht falsch. Leo XIII. hielt zugleich fest, dass keine anderen Betrachtungen an die Stelle der überlieferten Geheimnisse treten dürfen; wer davon abweicht, gewinnt die Rosenkranzablässe nicht.

Die Raccolta von 1943 gewährt für ein andächtig gebetetes Drittel des Rosenkranzes, also fünf Gesätze, einen Teilablass von fünf Jahren (Nr. 360). Die Gesätze dürfen auf den Tag verteilt werden, wenn das Drittel am selben Tag vollständig wird. Den Mitgliedern der Rosenkranzbruderschaft legt die Konstitution von 1898 als einzige Aufgabe auf, jede Woche den ganzen Rosenkranz mit allen fünfzehn Geheimnissen zu beten, ohne Verpflichtung unter Sünde. Die Wochenordnung erfüllt das von selbst: Jede Reihe kommt mindestens zweimal an die Reihe.

Aus der Werkstatt

Für die Fastenzeit, in der nach altem Brauch auch sonntags die schmerzhaften Geheimnisse gebetet werden, knüpfen wir einen eigenen Rosenkranz: deutsche Buchenholzperlen von 8 mm in Lila, der Farbe der Fastenzeit, auf schwarzer Kordel, mit dem Antlitz Christi als Mittelstück und einem silbernen Passionskreuz.

Die Perlenabstände knüpfen wir so, dass der Daumen bequem dazwischen passt. Wünschen Sie engere oder weitere Abstände, schreiben Sie es ins Bemerkungsfeld Ihrer Bestellung oder per E-Mail.

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Häufige Fragen zu den Rosenkranz-Wochentagen

Welcher Rosenkranz wird am Sonntag gebetet?

Am Sonntag betet man nach der Wochenordnung den glorreichen Rosenkranz; der Sonntag ist der Tag der Auferstehung. Einige ältere amerikanische Andachtsbücher nehmen an den Sonntagen im Advent und nach Epiphanie die freudenreichen, in der Fastenzeit die schmerzhaften Geheimnisse.

Welcher Rosenkranz wird am Samstag gebetet?

Am Samstag betet man den glorreichen Rosenkranz. Der Samstag gilt als Marientag der Woche. Die Raccolta von 1943 kennt dazu eine Andacht an fünfzehn aufeinanderfolgenden Samstagen mit mindestens einem Drittel des Rosenkranzes oder einer anderen Betrachtung seiner Geheimnisse; sind die Samstage verhindert, gelten die folgenden Sonntage. An jedem dieser Tage ist ein vollkommener Ablass unter den üblichen Bedingungen zu gewinnen: die heilige Beichte, die heilige Kommunion, der Besuch einer Kirche oder eines öffentlichen Oratoriums und das Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters (Nr. 362).

Darf man alle drei Reihen an einem Tag beten?

Alle drei Reihen an einem Tag zu beten, ist erlaubt. Das ergibt den ganzen Rosenkranz mit 150 Ave Maria, den man früher den Psalter Mariens nannte. Wer weniger Zeit hat, betet die Reihe des Tages oder ein einzelnes Gesätz, etwa mit einem Paracord-Rosenkranz für unterwegs.

Wo finde ich die Gebete zu den Geheimnissen des Tages?

Die Gebete und Einfügungen für jede Reihe stehen im Gebetsbegleiter des MarcellusOnlineShop. Einen handgeknüpften Rosenkranz für das tägliche Gebet finden Sie unter Rosenkränze aus unserer Werkstatt.

Quellen
  1. Leo XIII.: Constitutio Apostolica Ubi primum de legibus, iuribus ac privilegiis Sodalitatis a Sanctissimo Rosario, 2. Oktober 1898, Nr. XIII. Acta Sanctae Sedis 31 (1898/99), S. 257 ff., hier S. 261 f. archive.org
  2. The Raccolta, autorisierte englische Ausgabe der Preces et pia opera von 1938, New York: Benziger 1943, Nr. 360 und 362. archive.org
  3. Breviarium Romanum (Rubriken 1960): Fest der allerseligsten Jungfrau Maria vom Rosenkranz, 7. Oktober, Matutin, 4. Lesung. divinumofficium.com
  4. Anhang auserlesener Gebethe, Litaneyen und Gesänge, zum andächtigen Gebrauche sowohl in als ausser der bürgerlichen St. Jakobskirche, Bamberg 1807. Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek. archive.org
  5. Carl Stumpf: Die Gedächtnißfeier des Christen, Regensburg: Pustet 1868, Rosenkranz-Andacht. archive.org
  6. Lelia H. Bugg: The Correct Thing for Catholics, 1892, Kapitel über das Rosenkranzgebet. archive.org
  7. J. Procter O. P.: The Rosary Guide for Priests and People, London 1901. archive.org
  8. Paulus Schwillinsky O. S. B., bearbeitet von Engelbert Gill O. S. B.: Leichtfaßliche Christenlehrpredigten, Bd. 2, 3. Aufl., Graz 1915, S. 60. archive.org
  9. How to Say the Rosary, Philadelphia 1937, Imprimatur D. Kardinal Dougherty, 13. September 1937. archive.org
  10. Katholischer Katechismus der Bistümer Deutschlands, 1955, Lehrstück über die Verehrung Mariens. archive.org
  11. Biblia Sacra Vulgatae Editionis: Lk 1 und 2, Joh 19, 31, Mt 28, 1 bis 6. drbo.org
  12. Gebetstexte und Einfügungen: Gebetsbegleiter des MarcellusOnlineShop (Hausstandard).

Zuletzt geprüft am 19. Oktober 2026.

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Wir knüpfen Rosenkränze von Hand in unserer Werkstatt in Deutschland und schreiben im Ratgeber über Gebete, Devotionalien und den überlieferten katholischen Glauben.

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