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Bedeutung des Kreuzes: das Zeichen der Erlösung erklärt

Aus dem Werkzeug der Schande wurde das Zeichen des Heils: was das Kreuz nach der Lehre der Kirche bedeutet, was das Kreuzzeichen sagt und welche Feste das Kreuz ehren.

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Zwei gekreuzte Balken, mehr ist es nicht, und doch steht dieses Zeichen über Kirchtürmen, Gräbern und Haustüren in der ganzen Welt. Wer nach der Bedeutung des Kreuzes fragt, fragt nach der Mitte des christlichen Glaubens. Für die Römer war das Kreuz die schändlichste aller Strafen, für die Christen wurde es das Zeichen des Heils. Dieser Ratgeber erklärt, was das Kreuz nach der Lehre der Kirche bedeutet, warum unser Herr gerade am Kreuz starb, was das Kreuzzeichen sagt, welche Feste das Kreuz ehren und was es heißt, sein Kreuz zu tragen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Das Kreuz ist im Christentum das Zeichen der Erlösung: An ihm starb Jesus Christus für die Sünden der Welt.
  • Der Römische Katechismus von 1566 sagt, Christus habe den Kreuzestod nach dem Ratschluss Gottes gewählt, damit das Leben dort aufstehe, wo der Tod seinen Anfang nahm.
  • Das Kreuzzeichen bekennt nach dem Katholischen Katechismus der Bistümer Deutschlands (1955) den Glauben an den dreifaltigen Gott und an die Erlösung durch den Kreuzestod des Herrn. Nach der Catholic Encyclopedia war das kleine Kreuz auf der Stirn den Christen schon im 2. Jahrhundert vertraut.
  • Der Kalender von 1962 feiert die Kreuzerhöhung am 14. September. Die Kreuzauffindung am 3. Mai steht im Missale von 1962 nur noch unter den Messen für bestimmte Orte.

Was bedeutet das Kreuz im Christentum?

Im Christentum bedeutet das Kreuz die Erlösung der Welt. An einem Kreuz starb unser Herr Jesus Christus am Karfreitag für die Sünden aller Menschen. So wurde aus einem Werkzeug der Schande das Zeichen des Heils, mit dem die Kirche segnet, betet und ihre Toten bestattet.

Der heilige Paulus fasst das in einem Satz: Verbum enim crucis pereuntibus quidem stultitia est: iis autem qui salvi fiunt, id est nobis, Dei virtus est, „Das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft“ (1 Kor 1, 18). Am Fest der Kreuzerhöhung lässt das Missale von 1962 die heilige Messe mit einem Introitus nach Gal 6, 14 beginnen: Nos autem gloriari oportet in Cruce Domini nostri Iesu Christi: in quo est salus, vita et resurrectio nostra, „Wir aber müssen uns rühmen im Kreuz unseres Herrn Jesus Christus: in ihm ist unser Heil, Leben und Auferstehung.“

Offen gezeigt haben die Christen das Kreuz allerdings erst spät. Die Catholic Encyclopedia von 1908 berichtet, dass die Gläubigen es wegen des Spottes der Heiden drei Jahrhunderte lang verhüllten, etwa im Bild des Ankers. Erst zu Beginn des 5. Jahrhunderts erscheint das unverhüllte Kreuz in der christlichen Kunst.

Warum starb Jesus ausgerechnet am Kreuz?

Unser Herr Jesus Christus starb am Kreuz, weil es nach dem Römischen Katechismus so dem Ratschluss Gottes entsprach: Wo der Tod seinen Anfang nahm, sollte das Leben erstehen. Die Schlange hatte die Stammeltern durch die Frucht eines Baumes besiegt und wurde selbst am Holz des Kreuzes besiegt.

Der Katechismus, den das Konzil von Trient veranlasste und Papst Pius V. 1566 herausgab, nennt einen zweiten Grund: Der Tod am Kreuz galt bei Heiden und Juden als der schmachvollste. Im Gesetz des Moses heißt es, verflucht sei, wer am Holze hängt. Gerade diese tiefste Erniedrigung habe der Heiland gewählt, weil sie am besten zum Werk der Erlösung passte. Zugleich räumt der Katechismus ein, dass kein Geheimnis dem menschlichen Verstand größere Schwierigkeiten bereitet als das des Kreuzes.

Dieselbe Lehre betet die Kirche in der Präfation vom heiligen Kreuz. Das Missale von 1962 sieht sie in der Passionszeit bis zum Gründonnerstag vor, dazu in den Messen vom heiligen Kreuz, vom Leiden des Herrn, vom kostbaren Blut und vom heiligsten Erlöser (Rubricae generales, also Allgemeine Rubriken, Nr. 487).

Qui salutem humani generis in ligno Crucis constituisti: ut, unde mors oriebatur, inde vita resurgeret: et, qui in ligno vincebat, in ligno quoque vinceretur: per Christum Dominum nostrum.

Der Du das Heil des Menschengeschlechtes am Holz des Kreuzes begründet hast, damit von dort, wo der Tod seinen Ursprung nahm, das Leben wiedererstünde, und damit, wer am Holze siegte, auch am Holze besiegt würde: durch Christus, unseren Herrn.

Praefatio de sancta Cruce, Missale Romanum 1962, Auszug. Deutsch: eigene Übersetzung

Was bedeutet das Kreuzzeichen?

Mit dem Kreuzzeichen legt man ein kurzes Glaubensbekenntnis ab. Man führt die rechte Hand zur Stirn, zur Brust, zur linken und zur rechten Schulter und spricht dazu „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“ Es bekennt die Dreifaltigkeit und die Erlösung durch das Kreuz.

Der Katholische Katechismus der Bistümer Deutschlands von 1955 sagt: „Ganz kurz zusammengefaßt ist unser Glaube im heiligen Kreuzzeichen.“ Wer es macht, bekennt den Glauben an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist und an die Erlösung durch den Kreuzestod des Herrn.

So beschreibt die Catholic Encyclopedia von 1912 das große Kreuzzeichen, mit dem der Priester am Fuß des Altars die heilige Messe beginnt: In nomine Patris an der Stirn, et Filii an der Brust, et Spiritus Sancti an der linken und rechten Schulter. Älter ist das kleine Kreuz auf der Stirn, das nach derselben Quelle schon im 2. Jahrhundert verbreitet war. Tertullian schreibt, die Christen bezeichneten sich beim Ausgehen und Eintreten, beim Ankleiden, beim Bad, bei Tisch, beim Lichtanzünden und beim Schlafengehen auf der Stirn (De corona, „Vom Kranz des Soldaten“, Kap. 3).

Die Kirche hat das fromme Kreuzzeichen mit Ablässen versehen. Nach den Preces et pia opera, der amtlichen Ablasssammlung der Kirche (Ausgabe 1952, Nr. 678), gewinnt einen Ablass von drei Jahren, wer sich andächtig mit dem Kreuz bezeichnet und dabei die heiligste Dreifaltigkeit anruft. Geschieht es mit Weihwasser, beträgt der Ablass sieben Jahre.

Welche Feste feiern das Kreuz?

Zwei Tage ehren das Kreuz im Kirchenjahr besonders: am Karfreitag mit der feierlichen Kreuzverehrung und am Fest der Kreuzerhöhung, das der Kalender von 1962 am 14. September als Fest zweiter Klasse begeht. Dazu kommt mancherorts die Kreuzauffindung am 3. Mai.

Tag Feier im Missale von 1962
Karfreitag Kreuzverehrung mit dem Ruf Ecce lignum Crucis, „Seht das Holz des Kreuzes“; Stationskirche ist Santa Croce in Gerusalemme
3. Mai Kreuzauffindung, Inventio S. Crucis; nur noch unter den Messen für bestimmte Orte
14. September Kreuzerhöhung, Exaltatio S. Crucis; Fest zweiter Klasse

Im allgemeinen Kalender steht am 3. Mai das Gedächtnis der heiligen Märtyrer Alexander, Eventius und Theodulus und des heiligen Bischofs Juvenalis; die Messe von der Kreuzauffindung führt das Missale von 1962 unter den Missae pro aliquibus locis.

Die Catholic Encyclopedia von 1908 erklärt die beiden Termine. Die Kreuzerhöhung ist das ältere Fest; es geht auf die Weihe der konstantinischen Kirchen am Kalvarienberg und am Heiligen Grab am 13. und 14. September 335 zurück. In Rom ist es seit dem Ende des 7. Jahrhunderts bezeugt. Der 3. Mai stammt aus Gallien. Als sich römische und gallische Liturgie verbanden, erinnerte man am 3. Mai an die Auffindung des Kreuzes durch die heilige Helena und am 14. September vor allem daran, wie Kaiser Heraklius das von den Persern geraubte Kreuz zurückgewann.

Was heißt „sein Kreuz tragen“?

„Sein Kreuz tragen“ heißt, sich selbst zu verleugnen und die Widerwärtigkeiten des Lebens um Christi willen anzunehmen. Das Wort stammt vom Herrn selbst: Wer ihm nachfolgen will, soll sein Kreuz auf sich nehmen und ihm folgen (Mt 16, 24).

Die Vulgata sagt: Si quis vult post me venire, abneget semetipsum, et tollat crucem suam, et sequatur me. Allioli übersetzt: „Wenn mir Jemand nachfolgen will, so verläugne er sich selbst, und nehme sein Kreuz auf sich, und folge mir nach.“ In seiner Anmerkung erklärt er, was das konkret heißt: Christus habe zwar alles zu unserem Heil getan, doch seien wir nicht davon freigesprochen, so viel zu tun, wie wir können.

„Das, was wir können, ist Verläugnung unserer selbst und Ertragung der Widerwärtigkeiten dieses Lebens.“

Joseph Franz Allioli, Anmerkung zu Mt 16, 24 (Bd. 5, Landshut 1839), Schreibung angeglichen

Für diesen Alltag hat die Kirche kurze Stoßgebete zum Kreuz empfohlen. Das bekannteste stammt aus dem Hymnus Vexilla Regis, „Des Königs Banner“: O Crux, ave, spes unica, „Sei gegrüßt, o Kreuz, du einzige Hoffnung“. Die Preces et pia opera von 1952 versehen es mit einem Ablass von 500 Tagen (Nr. 187). Einen vollkommenen Ablass gewinnt, wer es einen Monat lang täglich andächtig betet und die üblichen Bedingungen erfüllt: heilige Beichte, heilige Kommunion, Besuch einer Kirche oder eines öffentlichen Oratoriums und Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters.

Schützt ein Kreuz das Haus?

Ein Kreuz schützt das Haus nicht aus eigener Kraft, es ist kein Amulett. Wer ein geweihtes Kreuz aufhängt, bekennt sich zu Christus und bittet Gott um seinen Schutz. Nach dem Kirchenrecht von 1917 erlangt die Kirche durch Sakramentalien, geweihte Dinge und Handlungen, Wirkungen vor allem geistlicher Art kraft ihrer Fürbitte (can. 1144).

Der heilige Thomas von Aquin zieht die Grenze zum Aberglauben genau. Heilige Worte bei sich zu tragen ist erlaubt, wenn man allein auf die Ehrfurcht vor Gott schaut, von dem man die Wirkung erwartet; das Zeichen des Kreuzes nennt er dabei ausdrücklich als erlaubt (Summa theologiae II-II, q. 96, a. 4). Verehrt wird dabei nicht das Holz, sondern Christus. Ein Kreuz aus Stein, Holz, Silber oder Gold verehrt man nach Thomas als Bild Christi (III, q. 25, a. 4).

Ein Wandkreuz im Wohnraum oder ein Stehkreuz auf dem Hausaltar ist deshalb ein stilles Bekenntnis, vor dem die Familie betet. Eine Auswahl geschnitzter Kreuze finden Sie in unserer Kollektion Kreuze, nach Art getrennt bei den Wandkreuzen und Stehkreuzen. Wie das Gebet am Kreuz des Rosenkranzes beginnt, zeigt unser Gebetsbegleiter zum Rosenkranz.

Aus der Werkstatt

Unsere Wand- und Stehkreuze schnitzen wir nicht selbst. Die Kreuze der Linie Siena werden in Italien von Hand aus Lindenholz geschnitzt und im Siena-Stil farbig bemalt; das Stehkreuz Siena misst 47 mal 20 cm und steht auf einem stabilen Fuß. Daneben führen wir Wandkruzifixe mit Holzkreuz und farbig handbemaltem Korpus aus Kunstharz in 35 und 55 cm Höhe, mit Aufhänger an der Rückseite.

Selbst entworfen haben wir das 8 cm große Metallkreuz unseres Deus-Vult-Rosenkranzes Gladius, der von Hand aus 550er Paracord geknüpft wird.

Handgeschnitztes Stehkreuz Siena aus Lindenholz mit farbig bemaltem Korpus auf einem Standfuß Im Artikel erwähnt Stehkreuz Siena, 47 cm In Italien von Hand aus Lindenholz geschnitzt, farbig bemalt, mit stabilem Standfuß. Zum Stehkreuz Wandkruzifix mit Holzkreuz und farbig handbemaltem Korpus aus Kunstharz, 35 cm hoch Im Artikel erwähnt Wandkreuz, 35 cm Holzkreuz mit farbig handbemaltem Korpus aus Kunstharz, Aufhänger an der Rückseite. Zum Wandkreuz

Häufige Fragen zur Bedeutung des Kreuzes

Was ist der Unterschied zwischen Kreuz und Kruzifix?

Ein Kreuz zeigt nur die gekreuzten Balken, ein Kruzifix zusätzlich den Leib des Gekreuzigten. Auf dem Altar verlangt das Missale von 1962 ein Kreuz mit dem Gekreuzigten (Rubricae generales, Nr. 527). Mehr dazu im Ratgeber Kruzifix: Bedeutung, Unterschied zum Kreuz und Platz im Haus.

Darf man zum Kreuz beten?

Zum Kreuz darf man beten, denn das Gebet gilt Christus. Thomas von Aquin schreibt vom wahren Kreuz, an dem Christus hing, dass wir es anreden und zu ihm beten wie zum Gekreuzigten selbst; jedes Abbild des Kreuzes, ob aus Stein, Holz, Silber oder Gold, verehren wir als Bild Christi (S. th. III, q. 25, a. 4). Ein Beispiel ist der Gruß O Crux, ave, spes unica.

Was bedeutet das Kreuz auf dem Grab?

Das Kreuz auf dem Grab bekennt die Hoffnung auf die Auferstehung. Die Präfation vom heiligen Kreuz sagt, dass vom Holz des Kreuzes das Leben ausgeht, wo der Tod seinen Ursprung nahm.

Quellen
  1. Römischer Katechismus (Catechismus Romanus, 1566), Erster Teil, Vierter Artikel des Glaubensbekenntnisses. Englische Ausgabe: The Catechism of the Council of Trent, übersetzt von J. Donovan. archive.org; deutsche Ausgabe Passau 1853. archive.org
  2. Missale Romanum, Editio typica 1962: In Exaltatione S. Crucis (14. September); Praefatio de sancta Cruce; Feria VI in Passione et Morte Domini; Missae pro aliquibus locis, In Inventione S. Crucis; Festa maii, 3. Mai; Rubricae generales, Nr. 487 und 527. archive.org
  3. Biblia Sacra Vulgata: Mt 16, 24; 1 Kor 1, 18; Gal 6, 14 (Vorlage des Introitus). drbo.org. Allioli, Die Heilige Schrift, Bd. 5, 4. Auflage (Landshut 1839): Mt 16, 24 mit Anm. 27. archive.org
  4. Preces et pia opera, Ausgabe 1952, Nr. 187 und 678. archive.org
  5. Codex Iuris Canonici von 1917, can. 1144. codex-iuris-canonici.de
  6. Thomas von Aquin: Summa theologiae II-II, q. 96, a. 4; III, q. 25, a. 4. corpusthomisticum.org
  7. Tertullian: De corona militis, Kap. 3. thelatinlibrary.com
  8. Catholic Encyclopedia: Archaeology of the Cross and Crucifix (1908); The True Cross (1908); Sign of the Cross (1912). newadvent.org (Archaeology), newadvent.org (True Cross), newadvent.org (Sign of the Cross)
  9. Katholischer Katechismus der Bistümer Deutschlands, 1955, Einleitung: Das heilige Kreuzzeichen. archive.org

Zuletzt geprüft am 26. Oktober 2026.

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