Heilige

Namenspatron: So finden Sie Ihren Heiligen und Ihren Namenstag

Jeder Katholik soll den Namen eines Heiligen tragen. Wie Sie Ihren Namenspatron über Taufbuch, Heiligenkalender von 1962 und Martyrologium finden und wann Ihr Namenstag ist.

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Nach dem Willen der Kirche soll jeder Getaufte den Namen eines Heiligen tragen, auch wenn er ihn selten so nennt. Die Kirche gibt dem Täufling mit dem Namen einen Fürsprecher im Himmel und ein Vorbild für das eigene Leben. Wer seinen Namenspatron finden möchte, braucht dafür drei Dinge: den Taufnamen, den Heiligenkalender und etwas Sorgfalt bei Namen, die mehrere Heilige getragen haben. Dieser Ratgeber zeigt den Weg nach den Büchern der Kirche vor 1962, vom Taufbuch über das Martyrologium bis zum Namenstag.

Das Wichtigste in Kürze
  • Der Namenspatron ist der Heilige, dessen Namen ein Katholik in der Taufe erhält. Der Katholische Katechismus der Bistümer Deutschlands von 1955 nennt ihn das „Vorbild“ und den „Fürsprecher“ des Kindes.
  • Das Kirchenrecht von 1917 verpflichtet die Pfarrer, dafür zu sorgen, dass der Täufling einen christlichen Namen erhält. Gelingt das nicht, fügen sie den Namen eines Heiligen hinzu und tragen beide Namen ins Taufbuch ein (can. 761).
  • Den Namenstag bestimmt das Fest des Heiligen im Kalender von 1962, zum Beispiel der 19. März für Josef oder der 11. November für Martin.
  • Das Martyrologium Romanum, von Papst Gregor XIII. am 14. Januar 1584 vorgeschrieben, nennt für jeden Tag des Jahres die Heiligen, deren die Kirche gedenkt.

Was ist ein Namenspatron?

Ein Namenspatron ist der Heilige, dessen Namen ein Katholik in der heiligen Taufe erhalten hat. Die Kirche sieht in ihm zugleich ein Vorbild, dem der Getaufte nacheifern soll, und einen Fürsprecher, der bei Gott für ihn bittet.

Der Katholische Katechismus der Bistümer Deutschlands von 1955 sagt es in zwei Sätzen: „Die Eltern sollen ihrem Kinde den Namen eines Heiligen geben. Dieser Heilige ist dann der Namenspatron des Kindes, sein Vorbild und sein Fürsprecher.“ Im Lehrstück über die Verehrung der Heiligen steht als Vorsatz für das Kind: „Vor allem will ich meinen Namenspatron kennenlernen, ihn anrufen und ihm nacheifern.“

Die Verehrung gilt dabei nicht dem Namen als Wortklang, sondern dem Heiligen, der diesen Namen getragen hat. Wer Josef heißt, hat im Bräutigam der Muttergottes einen Fürsprecher. Wer Johannes heißt, kann den Täufer oder den Apostel und Evangelisten zum Patron haben. Welcher von beiden gemeint ist, hängt in der Regel davon ab, an wen die Eltern bei der Taufe dachten.

Warum bekommt man in der Taufe den Namen eines Heiligen?

In der Taufe bekommt man den Namen eines Heiligen, damit der Täufling ein Vorbild zur Nachahmung und einen Beschützer hat. So begründet es der Römische Katechismus des Konzils von Trient, und das Rituale Romanum schärft es dem taufenden Priester ein, soweit es möglich ist.

Der Römische Katechismus erklärt, dem Getauften werde zuletzt ein Name beigelegt, „welcher von einem Menschen hergenommen werden soll, der wegen seiner ausgezeichneten Frömmigkeit und Gottesfurcht unter die Zahl der Heiligen versetzt worden ist“. Durch die Ähnlichkeit des Namens werde mancher zur Nachahmung der Tugend aufgemuntert und hoffe zugleich, dass der Heilige ihm beistehe zum Schutz des geistlichen und des leiblichen Heiles.

Das Rituale Romanum, das Buch der priesterlichen Handlungen, schärft dem Pfarrer ein, keine anstößigen, erdichteten oder lächerlichen Namen und keine Namen heidnischer Götter oder gottloser Heiden zu geben, sed potius, quatenus fieri potest, Sanctorum: sondern, soweit es möglich ist, Namen von Heiligen, durch deren Beispiel die Gläubigen zu frommem Leben angeregt und durch deren Fürsprache sie beschützt werden (Tit. II, cap. 1, n. 70). Schon der heilige Johannes Chrysostomus mahnte seine Zuhörer, den Kindern nicht einfach die Namen von Vätern und Großvätern zu geben, sondern die Namen heiliger Männer, die durch Tugend hervorragten.

„Zuletzt wird dem Getauften ein Name beigelegt, welcher von einem Menschen hergenommen werden soll, der wegen seiner ausgezeichneten Frömmigkeit und Gottesfurcht unter die Zahl der Heiligen versetzt worden ist.“

Römischer Katechismus nach dem Beschlusse des Conciliums von Trient, Teil II, Von der Taufe, Nr. LXXIII (deutsche Ausgabe Passau 1853, S. 208 f.)

Wie finde ich meinen Namenspatron?

Den Namenspatron findet man in vier Schritten: den Taufnamen im Taufschein nachsehen, die ursprüngliche Form des Namens bestimmen, im Heiligenkalender nach Heiligen dieses Namens suchen und bei mehreren Heiligen den wählen, an den die Eltern bei der Taufe gedacht haben.

  1. Maßgeblich ist der Name im Taufbuch der Pfarrei, nicht der Rufname. Hat der Pfarrer einen Heiligennamen hinzugefügt, stehen nach can. 761 beide Namen im Taufbuch. Einen Auszug, den Taufschein, stellt das Pfarramt der Taufpfarrei aus.
  2. Viele Rufnamen sind Kurz- oder Nebenformen. Hans geht auf Johannes zurück, Sepp auf Josef, Lisa auf Elisabeth. Gesucht wird immer die Form, unter der der Heilige im Kalender steht.
  3. Der Heiligenkalender von 1962 nennt die Feste der Gesamtkirche, das Martyrologium darüber hinaus zahlreiche weitere Heilige für jeden Tag.
  4. Tragen mehrere Heilige denselben Namen, gilt der, an den die Eltern bei der Taufe dachten. Ist das nicht mehr zu erfahren, darf man sich für einen von ihnen entscheiden und ihn fortan als Patron verehren.

Ein Beispiel für den vierten Schritt: Der Kalender von 1962 kennt die heilige Teresa von Avila am 15. Oktober und die heilige Theresia vom Kinde Jesu am 3. Oktober. Für Johannes stehen unter anderem Johannes der Täufer am 24. Juni und der Apostel Johannes am 27. Dezember. Eine Auswahl von Heiligen als Statue zeigt die Kollektion Statuen von Heiligen.

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Was ist das Martyrologium Romanum?

Im Martyrologium Romanum, dem amtlichen Heiligenverzeichnis der römischen Kirche, stehen für jeden Tag des Jahres die Märtyrer und Heiligen, deren die Kirche gedenkt, jeweils mit Ort und kurzer Würdigung. Im Chorgebet wird es zur Prim gelesen, täglich außer an den drei letzten Tagen der Karwoche.

Papst Gregor XIII. ließ das Martyrologium nach der Kalenderreform verbessern und schrieb es mit dem Breve vom 14. Januar 1584 für das Chorgebet vor. Benedikt XIV. ergänzte und berichtigte es 1749. Die Rubriken bestimmen, dass es im Chor zur Prim vor dem Vers Pretiosa gelesen wird, täglich außer an den drei Tagen vor Ostern, und zwar stets am Vortag mit den Heiligen des folgenden Tages.

Zum 19. März heißt es dort: In Judaea natalis sancti Joseph sponsi beatissimae Virginis Mariae, in Judäa der Geburtstag des heiligen Josef, des Bräutigams der allerseligsten Jungfrau Maria, den Pius IX. zum Patron der ganzen Kirche erklärt hat. Mit natalis, „Geburtstag“, meint das Martyrologium in der Regel den Todestag, an dem der Heilige für den Himmel geboren wurde. Wer einen Namen sucht, der im allgemeinen Kalender fehlt, findet ihn oft im Martyrologium.

„Habet enim Sanctorum innocentiae, charitatis, fortitudinis, ceterarumque virtutum commemoratio stimulos quosdam acerrimos, quibus tum maxime incitamur, cum, illorum propositis exemplis, nostram desidiam agnoscimus, quamque procul ab illorum laude et perfectione absumus, cogitamus.“ Denn das Gedächtnis der Unschuld, der Liebe, des Starkmuts und der übrigen Tugenden der Heiligen hat gewisse sehr scharfe Antriebe in sich, durch die wir dann am meisten angespornt werden, wenn wir an ihrem Beispiel unsere Trägheit erkennen und bedenken, wie weit wir von ihrem Lob und ihrer Vollkommenheit entfernt sind.

Gregor XIII., Breve vom 14. Januar 1584, abgedruckt im Martyrologium Romanum, Rom 1902. Übersetzung: MarcellusOnlineShop

Wann ist mein Namenstag?

Der Namenstag ist der Festtag des Namenspatrons im Kirchenjahr. Nach dem Kalender von 1962 feiert man ihn an dem Tag, an dem die Kirche das Fest dieses Heiligen begeht, ganz unabhängig vom eigenen Geburtstag und vom Tag der Taufe.

Die folgende Auswahl nennt die Daten nach dem Missale Romanum von 1962. Zwei der Feste waren nach dem Kirchenrecht von 1917 sogar gebotene Feiertage der ganzen Kirche: das Fest des heiligen Josef und das Fest der Apostel Petrus und Paulus (can. 1247 § 1).

Name Namenspatron Fest im Kalender von 1962
Josef, Josefa hl. Josef, Bräutigam der Muttergottes 19. März
Benedikt hl. Benedikt, Abt 21. März
Johannes hl. Johannes der Täufer 24. Juni
Peter, Paul hll. Apostel Petrus und Paulus 29. Juni
Anna hl. Anna, Mutter der Muttergottes 26. Juli
Maria Mariä Namen 12. September
Michael hl. Erzengel Michael 29. September
Theresia hl. Theresia vom Kinde Jesu 3. Oktober
Martin hl. Martin, Bischof 11. November
Elisabeth hl. Elisabeth, Witwe 19. November

Wer das Kirchenjahr Tag für Tag mitgehen möchte, findet die liturgischen Angaben nach den Rubriken von 1962 im katholischen Taschenkalender 2027 unseres Sortiments. Laut Produktbeschreibung enthält er auch das Datum des liturgischen Mondkalenders nach römischer Sitte für das Martyrologium.

Was tun, wenn es keinen Heiligen mit meinem Namen gibt?

Gibt es keinen Heiligen mit dem eigenen Namen, hilft zuerst der Blick ins Taufbuch, denn dort kann ein zweiter Heiligenname stehen. Fehlt auch er, darf man sich einen Heiligen als besonderen Patron erwählen, etwa den Heiligen des Tauftages oder den Firmpatron.

Für diesen Fall hat das Kirchenrecht von 1917 vorgesorgt. Können die Pfarrer keinen christlichen Namen erreichen, sollen sie dem Namen der Eltern den Namen eines Heiligen hinzufügen und beide Namen ins Taufbuch schreiben (can. 761). Wer einen modernen Rufnamen trägt, kann so einen zweiten, vielleicht vergessenen Patron haben.

Eine weitere Gelegenheit bietet die heilige Firmung. Die Catholic Encyclopedia von 1911 berichtet, dass es üblich geworden ist, bei der Firmung, bei der wie bei der Taufe ein Pate beisteht, einen neuen Namen anzunehmen. Der Firmpatron tritt dann neben den Namenspatron aus der Taufe.

Wie verehrt man seinen Namenspatron?

Seinen Namenspatron verehrt man, indem man sein Leben kennenlernt, ihn täglich um seine Fürbitte anruft und ihm in seinen Tugenden nacheifert. Ein Bild oder eine Statue im Haus und die Feier des Namenstages halten die Verbindung zum Patron das Jahr über lebendig.

Alte Gebetbücher nehmen den Patron ins tägliche Gebet auf. Der Katechismus von Joseph Deharbe aus dem Jahr 1871 nimmt in das Morgengebet die Bitte auf: „Heiliger Namenspatron und alle lieben Heiligen Gottes, bittet für mich.“ Die Ablasssammlung Preces et pia opera von 1952 enthält unter Nr. 581 das kurze Gebet Caelestis Patrone, cuius nomine glorior, „Himmlischer Patron, dessen Namens ich mich rühme“. Sein lateinischer Wortlaut: Caelestis Patrone, cuius nomine glorior, semper precare pro me apud Deum: in fide confirma; in virtute robora; in pugna tuere, ut victor de hoste maligno gloriam aeternam consequi merear. Amen.

Wer es fromm betet, kann einen Ablass von 300 Tagen gewinnen, wer es einen Monat lang täglich betet, unter den gewöhnlichen Bedingungen einen vollkommenen Ablass. Diese Bedingungen sind die heilige Beichte, die heilige Kommunion, der Besuch einer Kirche oder eines öffentlichen Oratoriums und ein Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters. Der Ablass ist an den lateinischen Wortlaut oder an eine kirchlich approbierte Übersetzung gebunden (CIC 1917, can. 934 § 2).

O heiliger (heilige) N. Ich habe in der Taufe deinen glorreichen Namen erhalten. Dadurch bist du in besonderer Weise mein(e) Beschützer(in) und Fürsprecher(in) im Himmel geworden, aber auch mein Vorbild, das ich als katholischer Christ nachahmen soll. Steh mir bei, daß ich mein Taufversprechen in unerschütterlicher Treue halte, das Licht des Glaubens bewahre und einst im Kleid der Unschuld und Gnade vor den Richterstuhl Gottes treten kann. Ich will mir dein leuchtendes Beispiel stets vor Augen halten und befolgen, damit ich deinem heiligen Namen Ehre mache und mit dir einst die Gemeinschaft des ewigen Lebens teilen darf. Amen.

Gebet zum hl. Namenspatron, aus: Heiliges Volk. Gebete und Gesänge zum Gottesdienst für das Bistum St. Pölten, 6. Auflage, St. Pölten 1960, S. 293
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Häufige Fragen zum Namenspatron

Ist der Namenstag dasselbe wie der Tauftag?

Namenstag und Tauftag sind zwei verschiedene Tage. Der Tauftag ist der Tag, an dem man getauft wurde. Der Namenstag ist das Fest des Heiligen, dessen Namen man in der Taufe erhalten hat. Beide eignen sich zum Dank für die Gnade der Taufe.

Kann man mehrere Namenspatrone haben?

Mehrere Namenspatrone hat, wer mehrere Heiligennamen trägt, etwa Maria Theresia oder Johann Georg. Jeder dieser Heiligen ist ein Patron. Hinzu kommt oft der Firmpatron, dessen Namen man bei der Firmung angenommen hat.

Wo finde ich einen katholischen Heiligenkalender?

Einen katholischen Heiligenkalender nach den Rubriken von 1962 enthält das Missale Romanum, für jeden Tag ausführlicher das Martyrologium Romanum. Für den Alltag genügt ein liturgischer Taschenkalender der überlieferten Messe.

Quellen
  1. Codex Iuris Canonici von 1917, can. 761 (Taufname), can. 934 (Ablass in Übersetzungen) und can. 1247 § 1 (gebotene Feiertage). codex-iuris-canonici.de
  2. Rituale Romanum, Editio quinta juxta typicam, Regensburg 1937, Tit. II, cap. 1, n. 30 und n. 70.
  3. Römischer Katechismus nach dem Beschlusse des Conciliums von Trient, deutsch, Passau 1853, Teil II, Von der Taufe, Nr. LXXIII, S. 208 f. archive.org
  4. Katholischer Katechismus der Bistümer Deutschlands, 1955, S. 114 (Der Taufname) und S. 200 f. (Verehrung der Heiligen). archive.org
  5. Martyrologium Romanum, editio novissima, Rom 1902, mit dem Breve Gregors XIII. vom 14. Januar 1584, den Rubriken und dem Eintrag zum 19. März. archive.org
  6. The Roman Martyrology, nach der römischen Ausgabe von 1914, Baltimore 1916. archive.org
  7. Missale Romanum, Ausgabe 1962, Proprium de Sanctis.
  8. Preces et pia opera indulgentiis ditata, Rom 1952, Nr. 581 und Praenotanda 4.
  9. Joseph Deharbe: Katholischer Katechismus, 1871, Morgengebet. archive.org
  10. Heiliges Volk. Gebete und Gesänge zum Gottesdienst für das Bistum St. Pölten, 6. Auflage, St. Pölten 1960, S. 293.
  11. Herbert Thurston: Christian Names, in: The Catholic Encyclopedia, Bd. 10, New York 1911. newadvent.org

Zuletzt geprüft am 26. Oktober 2026.

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