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Kreuzzeichen: wie man es richtig macht und was es bedeutet

Stirn, Brust, linke und rechte Schulter: wie man das Kreuzzeichen richtig macht, was „In nomine Patris“ heißt, was das kleine Kreuz vor dem Evangelium bedeutet und wann man sich bekreuzigt.

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Stirn, Brust, linke Schulter, rechte Schulter: Mit dieser Bewegung beginnen Katholiken ihre Gebete, und mit ihr beginnt der Priester am Fuß des Altares die heilige Messe. Das Kreuzzeichen ist ein kurzes Bekenntnis des ganzen Glaubens und eines der ältesten Zeichen der Christen; schon Tertullian bezeugt es zu Beginn des 3. Jahrhunderts. Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie man das Kreuzzeichen richtig macht, was die Worte auf Latein heißen, was das kleine Kreuzzeichen vor dem Evangelium bedeutet und wann man sich bekreuzigt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Das Kreuzzeichen ist die Bewegung der rechten Hand von der Stirn zur Brust und von der linken zur rechten Schulter, dazu spricht man: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“
  • Auf Latein lautet die Formel „In nomine Patris, et Filii, et Spiritus Sancti. Amen“. Mit ihr beginnt die heilige Messe nach dem Messbuch von 1962.
  • Zu Beginn des 3. Jahrhunderts schreibt Tertullian, die Christen bezeichneten bei jedem Schritt und jeder Tätigkeit des Tages ihre Stirn mit dem Zeichen (De corona 3).
  • Vor dem Evangelium bezeichnet der Priester mit dem Daumen das Buch und sich selbst auf Stirn, Mund und Brust; die Gläubigen bezeichnen sich zugleich auf Stirn, Mund und Brust.
  • Die Raccolta von 1943 verzeichnete für das Kreuzzeichen mit Anrufung der heiligsten Dreifaltigkeit einen Ablass von 100 Tagen, mit Weihwasser von 300 Tagen.

Wie macht man das Kreuzzeichen richtig?

Richtig macht man das Kreuzzeichen mit der rechten, offenen Hand. Man berührt die Stirn, dann die Brust, dann die linke und zuletzt die rechte Schulter und spricht dazu „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Zum „Amen“ legt man die Hände wieder zusammen.

  1. Die rechte Hand öffnen und mit den Fingerspitzen die Stirn berühren: „Im Namen des Vaters“.
  2. Die Hand zur Brust führen: „und des Sohnes“.
  3. Erst die linke, dann die rechte Schulter berühren: „und des Heiligen Geistes“.
  4. Die Hände zusammenlegen: „Amen“.

So schreibt es das Messbuch von 1962 dem Priester zu Beginn der Messe vor: Er wendet die Innenfläche der rechten Hand zu sich, hält die Finger geschlossen und ausgestreckt und zeichnet das Kreuz a fronte ad pectus, et ab humero sinistro ad dexterum, von der Stirn zur Brust und von der linken zur rechten Schulter; die linke Hand legt er dabei unter die Brust. Man nennt diese Form das große oder lateinische Kreuz. Die rechte Hand nimmt man, weil sie vor der linken den Vorrang hat, erklärt Nikolaus Gihr in seinem Werk über das heilige Messopfer.

Wie heißt „Im Namen des Vaters“ auf Latein?

Auf Latein lautet das Kreuzzeichen „In nomine Patris, et Filii, et Spiritus Sancti. Amen“, auf Deutsch „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen“. Mit diesen Worten bezeichnet sich der Priester am Fuß des Altares, bevor er die heilige Messe beginnt.

In nomine Patris, et Filii, et Spiritus Sancti. Amen.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Latein nach dem Missale Romanum von 1962, Ritus servandus III, 4. Deutsch in der Fassung unseres Gebetsbegleiters.
Latein Deutsch Hand
In nomine Patris, Im Namen des Vaters Stirn
et Filii, und des Sohnes Brust
et Spiritus Sancti. und des Heiligen Geistes. linke, dann rechte Schulter
Amen. Amen. Hände zusammen

Die ersten Christen sprachen zum Kreuzzeichen nach der Catholic Encyclopedia auch andere Worte, etwa „Das Zeichen Christi“ oder „Im Namen Jesu“. Weitere Grundgebete mit Übersetzung, darunter Gloria Patri und Pater noster, finden Sie in unserem Ratgeber zu den lateinischen Gebeten mit Übersetzung.

Was bedeutet das Kreuzzeichen?

Im Kreuzzeichen bekennt der Katholik in einer einzigen Gebärde die heiligste Dreifaltigkeit und das Leiden unseres Herrn Jesus Christus am Kreuz. Die Worte nennen Vater, Sohn und Heiligen Geist, die Hand zeichnet das Kreuz. Der Katechismus von Joseph Deharbe nennt es das Zeichen, mit dem man vor allem den Glauben bekennt.

Auf die Frage, durch welches Zeichen der katholische Christ seinen Glauben bekennt, antwortet Deharbe: „Vorzüglich durch das Zeichen des hl. Kreuzes.“ Seine Mahnung dazu: „Mache oft und mit Andacht das hl. Kreuzzeichen.“

Was jede Bewegung sagt, erklärt der heilige Franz von Sales, den Gihr ausführlich wiedergibt. Die Hand geht zuerst an die Stirn, weil der Vater die erste Person der Dreifaltigkeit ist, von dem der Sohn gezeugt wird. Sie sinkt zur Brust, weil der Vater den Sohn hinab in den Schoß der Jungfrau gesandt hat.

Dann geht sie von der linken zur rechten Schulter, weil der Heilige Geist vom Vater und vom Sohn ausgeht, die Liebe, die beide verbindet, und weil wir durch seine Gnade an den Früchten des Leidens Christi teilhaben. So ist das Kreuzzeichen nach Franz von Sales ein kurzes Bekenntnis zu drei großen Geheimnissen: der Dreifaltigkeit, dem Leiden Christi und der Vergebung der Sünden, durch die wir von der linken Seite des Fluches auf die rechte des Segens hinübergehen.

Seit wann machen Christen das Kreuzzeichen?

Christen machen das Kreuzzeichen seit den ersten Jahrhunderten. Tertullian bezeugt zu Beginn des 3. Jahrhunderts, dass sie sich bei jeder Tätigkeit des Tages die Stirn bezeichneten. Zuerst war es ein kleines Kreuz auf der Stirn; das große Kreuz über den ganzen Leib setzte sich erst im Mittelalter allgemein durch.

„Ad omnem progressum atque promotum, ad omnem aditum et exitum, ad vestitum, ad calciatum, ad lavacra, ad mensas, ad lumina, ad cubilia, ad sedilia, quacumque nos conversatio exercet, frontem signaculo terimus.“ Bei jedem Schritt und Fortgang, bei jedem Eintreten und Hinausgehen, beim Ankleiden und Anlegen der Schuhe, beim Bad, bei Tisch, beim Anzünden der Lichter, beim Schlafengehen und Niedersitzen, bei jeder Beschäftigung des täglichen Lebens bezeichnen wir die Stirn mit dem Zeichen.

Tertullian, De corona 3. Deutsch: eigene Übersetzung nach dem lateinischen Text.

Die Christen verbanden das Zeichen auf der Stirn nach der Catholic Encyclopedia mit Stellen der Heiligen Schrift, etwa mit Ezechiel 9, 4, wo der Herr befiehlt: signa thau super frontes virorum gementium et dolentium …, zeichne ein Thau auf die Stirnen der Männer, die seufzen und klagen, besonders aber mit Stellen der Geheimen Offenbarung (Offb 7, 3; 9, 4; 14, 1). Im 4. Jahrhundert mahnt der heilige Cyrill von Jerusalem, das Kreuz kühn mit den Fingern auf die Stirn zu zeichnen.

Das große Kreuz über den ganzen Leib kam später. Gihr setzt es seit dem 8. Jahrhundert an, die Catholic Encyclopedia führt seine allgemeine Verbreitung wohl auf eine Weisung Papst Leos IV. um die Mitte des 9. Jahrhunderts zurück. Lange führte man auch im Westen die Hand wie die Griechen von der rechten zur linken Schulter; noch zur Zeit Innozenz' III., der 1216 starb, war das nach Gihr wohl allgemein üblich. Lange vor dem Ende des Mittelalters aber machte man das große Kreuz im Westen meist mit offener Hand und von links nach rechts.

Was ist das kleine Kreuzzeichen vor dem Evangelium?

Beim kleinen Kreuzzeichen bezeichnet man Stirn, Mund und Brust mit einem kleinen Kreuz, wenn in der heiligen Messe das Evangelium angekündigt wird. Der Priester bezeichnet mit dem Daumen zuerst das Messbuch, dann sich selbst. Die Gläubigen tun es mit ihm, um das Wort vom Kreuz im Sinn, auf den Lippen und im Herzen zu tragen.

Wenn der Priester „Sequentia sancti Evangelii“ spricht, Fortsetzung des heiligen Evangeliums, bezeichnet er nach der Catholic Encyclopedia mit dem rechten Daumen das Buch und dann sich selbst; nach Gihr drückt er das Kreuz auf die ersten Worte des Evangeliums und dann auf Stirn, Mund und Brust. Das Kreuz auf dem Buch zeigt, dass das ganze Evangelium im Geheimnis des Kreuzes beschlossen ist; der heilige Paulus nennt es „das Wort vom Kreuz“.

Priester und Gläubige bezeichnen sich, so Gihr, weil sie die Lehre des Gekreuzigten im Geist, auf den Lippen und im Herzen bewahren und sich nicht schämen wollen, sie mit Wort und Tat zu bekennen. Der Liturgiker Sicardus, gestorben 1215, deutet das Kreuz auf der Brust als Glauben, auf dem Mund als Bekenntnis und auf der Stirn als Werk.

Kleine Kreuze dieser Art kennt die Kirche auch sonst: auf den Lippen beim Ruf des Breviers „Domine, labia mea aperies“ (Herr, öffne meine Lippen), auf der Stirn des Kindes bei der Taufe und auf den Sinnen des Kranken bei der Letzten Ölung. Bei der Firmung zeichnet der Bischof mit dem Chrisam ein Kreuz auf die Stirn und spricht: „Ich bezeichne dich mit dem Zeichen des heil. Kreuzes und stärke dich mit dem Chrisam des Heiles.“

Wann macht man das Kreuzzeichen?

Zu Beginn der Gebete, beim Aufstehen und Schlafengehen, bei Tisch und an festen Stellen der heiligen Messe macht man nach alter Lehre das Kreuzzeichen. Wer sich dabei mit Weihwasser bezeichnete, erhielt nach der Raccolta, der Sammlung der Ablassgebete, einen größeren Ablass als mit dem Kreuzzeichen allein.

Deharbes Katechismus beginnt das Morgengebet mit dem Satz: „Beim Aufstehen macht man das hl. Kreuzzeichen.“ In der heiligen Messe bekreuzigt sich der Priester nach der Catholic Encyclopedia am Anfang, bei „Adjutorium nostrum“, unsere Hilfe ist im Namen des Herrn, und beim „Indulgentiam“, der Bitte um Nachlass der Sünden nach dem Confiteor; im Brevier beim Ruf „Deus in adjutorium“, o Gott, komm mir zu Hilfe, und zu Beginn von Magnificat, Benedictus und Nunc dimittis.

Die Raccolta von 1943, eine englische Bearbeitung der amtlichen Preces et pia opera von 1938, verzeichnet unter Nummer 631: Wer sich unter Anrufung der heiligsten Dreifaltigkeit mit den Worten „Im Namen des Vaters“ bekreuzigte, gewann einen Ablass von 100 Tagen, wer dasselbe heilige Zeichen mit Weihwasser machte, einen Ablass von 300 Tagen.

Wie für jeden Ablass galten die allgemeinen Bedingungen der Raccolta: der Stand der Gnade, die Absicht, den Ablass zu gewinnen, und die genaue Erfüllung des Vorgeschriebenen. Die Raccolta nennt als Grundlage päpstliche Breven vom 28. Juli 1863 und 23. März 1866 und eine Entscheidung der Apostolischen Pönitentiarie vom 10. Februar 1935. Was ein solcher Teilablass ist, erklärt unser Ratgeber zum Ablass und wie man ihn gewinnt.

Ist das Kreuzzeichen ein Schutzzeichen?

Aus sich selbst schützt das Kreuzzeichen nicht, wie ein Zauberzeichen es versprechen würde. Mit ihm ruft man Gott an und bittet ihn um Schutz, so wie die Kirche betet: „Per signum crucis de inimicis nostris libera nos, Deus noster“, durch das Zeichen des Kreuzes befreie uns, unser Gott, von unseren Feinden.

Der heilige Thomas von Aquin fragt, ob es erlaubt ist, heilige Worte am Hals zu tragen, und bezieht die Antwort auch auf ihr Aussprechen (Summa theologiae II-II, q. 96, a. 4). Seine Antwort: Erlaubt ist es, wenn man dabei allein auf die Ehrfurcht vor Gott schaut, von dem man die Wirkung erwartet. Abergläubisch wird es, wenn man die Hoffnung auf die Art des Schreibens oder Umbindens setzt. Eingeschriebene fremde Zeichen neben den heiligen Worten verwirft er, mit einer Ausnahme: praeter signum crucis, außer dem Zeichen des Kreuzes.

Bei allen Segnungen und Weihungen bedient sich die Kirche nach Franz Spirago des Kreuzzeichens. Solche Sakramentalien, also Dinge oder Handlungen, deren sich die Kirche bedient, erlangen ihre Wirkung nach dem Codex von 1917 „ex sua impetratione“, durch die Fürbitte der Kirche (can. 1144), nicht aus eigener Kraft. Die Andacht dessen, der sich bekreuzigt, trägt dazu bei: Der Theologe Gretser, den Gihr anführt, nennt das Kreuzzeichen eine stille Anrufung des gekreuzigten Christus, die umso fruchtbarer ist, je größer die Liebe ist, aus der sie kommt.

Aus der Werkstatt

Die Kreuze der Reihe Siena werden in Italien von Hand aus Lindenholz geschnitzt und im Stil von Siena farbig bemalt. Das Wandkreuz Siena Barock misst 45 mal 20 cm, das Stehkreuz Siena 47 mal 20 cm und steht auf einem stabilen Fuß.

Schlichter sind unsere Wandkreuze aus Holz mit einem handbemalten Korpus aus Kunstharz, 35 oder 55 cm hoch, mit einem Aufhänger an der Rückseite. Ein Kreuz an der Wand oder auf dem Hausaltar lädt dazu ein, sich beim Vorübergehen zu bekreuzigen, so wie es Tertullian von den ersten Christen berichtet. Alle Ausführungen finden Sie unter unseren Kreuzen und Kruzifixen.

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Häufige Fragen zum Kreuzzeichen

Mit welcher Hand macht man das Kreuzzeichen?

Das Kreuzzeichen macht man mit der rechten Hand. Nikolaus Gihr begründet es damit, dass die rechte Hand vor der linken den Vorrang hat; die linke liegt beim Priester ausgestreckt unter der Brust.

Muss man beim Kreuzzeichen etwas sagen?

Beim Kreuzzeichen spricht man gewöhnlich die Worte „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“, notwendig sind sie aber nicht. Die Catholic Encyclopedia nennt die Worte üblich, doch nicht unerlässlich. Den Ablass der Raccolta gewann allerdings nur, wer die heiligste Dreifaltigkeit dabei anrief.

Warum zeichnet der Bischof bei der Firmung ein Kreuz auf die Stirn?

Das Kreuz auf der Stirn bei der Firmung soll nach Deharbes Katechismus andeuten, „daß sich der Christ des Kreuzes niemals schämen, sondern seinen Glauben an Jesum, den Gekreuzigten, ohne Scheu bekennen soll“.

Quellen
  1. Herbert Thurston: Sign of the Cross. In: The Catholic Encyclopedia, Bd. 13, New York 1912. newadvent.org
  2. Nikolaus Gihr: The Holy Sacrifice of the Mass, nach der 6. deutschen Auflage, St. Louis 1908, S. 348 bis 351 und 475 f. archive.org
  3. Tertullian: De corona 3. thelatinlibrary.com
  4. Die Heilige Schrift nach der Vulgata: Ez 9, 4. drbo.org
  5. Joseph Deharbe: Katholischer Katechismus, Ausgabe 1871, Gebete, Frage 27 und Lehrstück von der Firmung. archive.org
  6. Thomas von Aquin: Summa theologiae II-II, q. 96, a. 4. corpusthomisticum.org
  7. Codex Iuris Canonici von 1917, can. 1144. codex-iuris-canonici.de
  8. Franz Spirago: Katholischer Volks-Katechismus, Dritter Theil: Gnadenlehre, Trautenau 1895, Von den Sacramentalien. archive.org
  9. The Raccolta, hg. von Joseph P. Christopher und Charles E. Spence, New York 1943, nach den Preces et pia opera von 1938, Nr. 631. archive.org
  10. Missale Romanum 1962, Ritus servandus in celebratione Missae III, 4 und 5. archive.org
  11. The Raccolta, London 1910, On Indulgences: General Conditions, S. x f. archive.org
  12. Adrian Fortescue: Gospel in the Liturgy. In: The Catholic Encyclopedia, Bd. 6, New York 1909. newadvent.org

Zuletzt geprüft am 28. Oktober 2026.

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