Anleitung

Hausaltar einrichten: Kreuz, Bild, Kerzen und Weihwasser

Kreuz, Muttergottes, zwei Kerzen und Weihwasser: wie Sie Schritt für Schritt einen Hausaltar einrichten und wie das Gebet dort durch das Kirchenjahr führt.

10 Min. LesezeitMarcellusOnlineShop

Ein Kreuz, ein Bild der Muttergottes, zwei Kerzen und ein wenig Weihwasser: Mehr braucht ein Hausaltar nicht, um einer Wohnung eine Mitte zu geben. Viele katholische Familien haben ihn über Generationen gepflegt, auf einer Kommode, einem Wandbord oder einem kleinen Tisch. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Sie einen Hausaltar einrichten, was die Kirche über Bilder, Kerzen und Weihwasser sagt und wie das Gebet am Hausaltar durch das Jahr führt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Hausaltar ist ein schlicht geschmückter Platz in der Wohnung mit Kreuz, Heiligenbild oder Statue, Kerzen und Weihwasser, an dem die Familie betet.
  • Ein Hausaltar ist kein geweihter Altar. In einer Hauskapelle darf die heilige Messe nach dem Kirchenrecht von 1917 nur mit besonderer Erlaubnis gefeiert werden (can. 1194 und 1195).
  • Kerzen für den Hausaltar lässt man am Fest Mariä Lichtmess am 2. Februar weihen; Weihwasser darf man nach dem Rituale Romanum mit nach Hause nehmen.
  • Bilder und Statuen werden um der Person willen verehrt, die sie darstellen (CIC 1917, can. 1255 § 2). Jeder Priester darf sie für den häuslichen Gebrauch segnen.

Was ist ein Hausaltar?

Ein Hausaltar ist ein fester Gebetsplatz in der Wohnung: eine Kommode, ein Wandbord oder ein kleiner Tisch mit Kreuz, einem Bild oder einer Statue, Kerzen und Weihwasser. Am Hausaltar betet die Familie gemeinsam, und der Hausaltar erinnert jeden im Haus täglich an Gott.

Der Hausaltar ist mit dem Herrgottswinkel verwandt, aber nicht dasselbe. Der Herrgottswinkel ist die Zimmerecke mit dem Kruzifix an der Wand, wie sie zur alten Stube in Ammergau oder in Vorarlberg gehörte. Der Hausaltar steht dagegen meist frei an einer Wand und trägt Dinge, die man anfassen, umstellen und dem Kirchenjahr anpassen kann: ein Stehkreuz, eine Statue, Kerzen, den Rosenkranz.

Das Wort „Altar“ ist dabei im übertragenen Sinn gebraucht. Gemeint ist der Ort, an dem eine Familie ihre Gebete, Sorgen und Danksagungen vor Gott bringt. Das Opfer der heiligen Messe wird dort nicht gefeiert.

Ist ein Hausaltar ein richtiger Altar?

Ein Hausaltar ist kein Altar im liturgischen Sinn. Er wird nicht konsekriert, und die heilige Messe wird an ihm nicht gefeiert. Der Hausaltar ist ein Ort der privaten Andacht, an dem die Familie betet und die heiligen Bilder ehrt.

Das Kirchenrecht von 1917 kennt zwar das oratorium privatum seu domesticum, die Hauskapelle (can. 1188 § 2, n. 3). Dort darf die heilige Messe aber regelmäßig nur mit einem Indult, also einer Sondererlaubnis des Apostolischen Stuhles, gelesen werden, und das erst, nachdem der Ordinarius den Raum besichtigt und gebilligt hat (can. 1195 § 1); ohne Indult erlaubt der Ordinarius allenfalls in einem außerordentlichen Fall eine einzelne Messe (can. 1194). Eine solche Hauskapelle muss außerdem „allein dem Gottesdienst vorbehalten und von allem häuslichen Gebrauch frei“ sein (can. 1196 § 2).

Ein Hausaltar im Wohnzimmer ist etwas anderes und braucht keine Erlaubnis. Er ist ein Platz der Andacht, an dem die Bilder Christi, der Muttergottes und der Heiligen geehrt werden. Das Kirchenrecht nennt es ausdrücklich „gut und nützlich“, die Heiligen anzurufen und ihre Bilder zu verehren (can. 1276).

Wie richtet man einen Hausaltar ein?

Einen Hausaltar richtet man in sechs Schritten ein: einen ruhigen Platz wählen, das Kreuz in die Mitte stellen, ein Marienbild oder eine Statue dazustellen, zwei Kerzen aufstellen, ein Gefäß mit Weihwasser bereithalten und Rosenkranz und Gebetbuch griffbereit legen.

  1. Den Platz wählen. Eine Kommode, ein Bord oder ein Tischchen an einer ruhigen Wand, gut zu sehen und nicht im Durchgang. Der Hausaltar sollte nicht zur Ablage für Post und Schlüssel werden.
  2. Das Kreuz in die Mitte. Ein Stehkreuz auf dem Altar oder ein Wandkreuz darüber. Das Kreuz bestimmt die Blickrichtung beim Gebet.
  3. Die Muttergottes und die Patrone. Ein Bild oder eine Statue der allerseligsten Jungfrau, dazu nach Wunsch das Heiligste Herz Jesu, die Heilige Familie oder die Namenspatrone.
  4. Zwei Kerzen. Am besten an Mariä Lichtmess geweiht. Sie brennen beim Gebet und werden danach gelöscht.
  5. Weihwasser. Ein kleines, verschließbares Gefäß, um sich vor dem Gebet zu bekreuzigen.
  6. Rosenkranz und Gebetbuch. Was zum Gebet gebraucht wird, liegt am Hausaltar bereit.

Weniger ist dabei mehr. Ein Hausaltar mit einem Kreuz, einem Marienbild und zwei Kerzen ist würdiger als ein überfülltes Bord. Unsere katholischen Wandbilder lassen sich mit einem eigenen Rahmen an die Wand hängen oder auf den Hausaltar stellen.

Wandbild des Heiligen Antlitzes Christi mit der Inschrift Volto Santo auf einem hellen Holzbord, daneben ein trockener Zweig
Ein gerahmtes Bild auf dem Bord: Das Volto Santo, das Heilige Antlitz Christi, als Wandbild aus unserem Sortiment (Rahmen nicht enthalten).

Welche Statue gehört auf den Hausaltar?

Auf den Hausaltar gehört vor allem ein Bild oder eine Statue der Muttergottes. Viele Familien stellen dazu das Heiligste Herz Jesu, die Heilige Familie oder den Namenspatron auf. Eine Statue von etwa 30 Zentimetern Höhe passt auf jede Kommode und auf jedes Wandbord.

Das Herz Jesu hat am Hausaltar eine besondere Stellung. Papst Pius XI. schreibt im Rundschreiben Miserentissimus Redemptor von 1928, nach der heiligen Margareta Maria Alacoque hätten sich zuerst einzelne Menschen, „dann private Familien“ dem Heiligsten Herzen geweiht (Nr. 4).

Betet die Familie das Weihegebet O sacratissimum Cor Iesu an dem Tag, an dem sie sich zum ersten Mal weiht, „vor einem Bild des Heiligsten Herzens“, gewährt die Kirche einen Ablass von sieben Jahren und einen vollkommenen Ablass unter den üblichen Bedingungen, also Beichte, heilige Kommunion, Besuch einer Kirche oder eines öffentlichen Oratoriums und Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters. Für die jährliche Erneuerung mit demselben Gebet vor dem Bild gibt es drei Jahre und, ebenfalls unter den üblichen Bedingungen, einen vollkommenen Ablass (Preces et pia opera, Nr. 705).

Unsere katholischen Statuen sind aus Kunstharz und von Hand bemalt, mit Marienstatuen von Fatima, Lourdes und der Immaculata sowie dem Herzen Jesu und der Heiligen Familie.

Welche Kerzen stellt man auf den Hausaltar?

Auf den Hausaltar stellt man am besten Bienenwachskerzen, die am Fest Mariä Lichtmess am 2. Februar in der Kirche geweiht wurden. Die Lichtmesskerzen zündet man beim gemeinsamen Gebet an, und nach altem Brauch stehen sie bereit, wenn ein Priester ins Haus kommt, um einem Kranken die Sakramente zu spenden.

Im Segensgebet des Missale von 1962 zum Fest der Reinigung Mariä (2. Februar) erinnert die Kirche daran, dass Gott das Wachs „durch die Arbeit der Bienen“ zur Vollendung der Kerze kommen ließ. Sie bittet, die Kerzen mögen „zum Gebrauch der Menschen und zum Heil der Leiber und Seelen“ gesegnet sein (Nr. 2095). Kerzen lassen sich auch zu anderen Zeiten segnen; das Rituale Romanum enthält dafür eine eigene Segnung (Tit. VIII, cap. 3).

Wozu Kerze, Kreuz und Weihwasser im Haus dienen, zeigt das Rituale Romanum bei der Letzten Ölung. Für den Besuch des Priesters soll beim Kranken nach Möglichkeit ein Tisch mit weißem Tuch bereitstehen, dazu Watte, ein wenig Brot, Wasser zum Händewaschen und eine Wachskerze, die angezündet dem Priester leuchtet (Tit. V, cap. 2, Nr. 1). Kreuz und Weihwasser bringt der Priester mit; nach der Salbung lässt er beides beim Kranken zurück, „wenn er nicht ein anderes hat“, damit er das Kreuz oft anschaue und küsse (Nr. 14). Wer einen Hausaltar hat, besitzt Kerze, Kreuz und Weihwasser also schon, wenn diese Stunde kommt.

„Wie diese Lichter, mit sichtbarem Feuer entzündet, das nächtliche Dunkel vertreiben, so mögen unsere Herzen, vom unsichtbaren Feuer, das heißt vom Glanz des Heiligen Geistes, erleuchtet, von aller Blindheit der Laster frei sein.“

Missale Romanum 1962, In Purificatione B. M. V., Segnung der Kerzen, Nr. 2097; eigene Übersetzung

Brennende Kerzen bleiben nie unbeaufsichtigt. Stellen Sie sie in standfeste Leuchter mit Abstand zu Bildern, Palmzweigen und Vorhängen.

Wie betet man am Hausaltar durch das Jahr?

Am Hausaltar betet die Familie täglich das Morgen- und Abendgebet und, wo es geht, den Rosenkranz. Durch das Jahr folgt der Hausaltar den Monaten, die die Kirche einem Geheimnis oder einem Heiligen gewidmet hat: März dem heiligen Josef, Mai der Muttergottes, Juni dem Herzen Jesu, Oktober dem Rosenkranz.

Monat Andacht Ablass für die private Andacht
März Heiliger Josef 5 Jahre täglich (Nr. 466)
Mai Allerseligste Jungfrau Maria 5 Jahre täglich (Nr. 325)
Juni Heiligstes Herz Jesu 7 Jahre täglich (Nr. 253)
Oktober Rosenkranz, mindestens ein Drittel 7 Jahre täglich (Nr. 398)

Die Nummern stammen aus Preces et pia opera (Vatikan 1952).

Für März, Mai und Juni gewährt die Kirche außerdem einen vollkommenen Ablass unter den üblichen Bedingungen, wenn man die private Andacht den ganzen Monat täglich hält; wo die Andacht öffentlich in der Kirche stattfindet, gilt er nur für jene, die rechtmäßig verhindert sind, daran teilzunehmen. Wer mindestens ein Drittel des Rosenkranzes gemeinsam mit anderen betet, gewinnt einmal am Tag einen Ablass von zehn Jahren; betet die Familie ihn einen Monat lang täglich, gewährt die Kirche zweimal im Monat einen vollkommenen Ablass mit Beichte, heiliger Kommunion und dem Besuch einer Kirche oder eines öffentlichen Oratoriums (Nr. 395). Der Rosenkranz-Gebetsbegleiter führt Sie Gesätz für Gesätz durch das Gebet.

Muss man Kreuz und Statue am Hausaltar weihen lassen?

Kreuz und Statue am Hausaltar müssen nicht geweiht sein, doch die Segnung ist ein frommer Brauch. Jeder Priester darf ein Kreuz oder ein Bild in einfacher, nicht feierlicher Form segnen, ohne dafür die Erlaubnis des Ordinarius zu brauchen. Danach sind sie ehrfürchtig zu behandeln.

Das Rituale Romanum enthält eigene Segnungen für das Kreuz (Tit. VIII, cap. 24) und für Bilder und Statuen Christi, der Muttergottes und der Heiligen (cap. 25). Die feierliche Segnung von Kreuzen und Bildern, die öffentlich verehrt werden, ist dem Ordinarius vorbehalten; „privat aber“ darf beide Segnungen „jeder Priester ohne Erlaubnis des Ordinarius“ vornehmen. Im Segensgebet über ein Bild sagt die Kirche, wozu es dient: Sooft wir die Bilder mit leiblichen Augen anschauen, sollen wir mit den Augen des Gedächtnisses ihre Taten und ihre Heiligkeit betrachten, um sie nachzuahmen.

Die Verehrung gilt nie dem Holz oder dem Kunstharz. Bildern gebührt nach dem Kirchenrecht eine Verehrung, die sich auf die dargestellte Person bezieht (can. 1255 § 2). Geweihte Gegenstände sind ehrfürchtig zu behandeln und nicht zu profanem Gebrauch zu verwenden (can. 1150).

Aus der Werkstatt

Statuen und Kreuze fertigen wir nicht selbst. Unsere Statuen sind aus Kunstharz und von Hand farbig bemalt; die meisten sind um 30 Zentimeter hoch, die Herz-Jesu-Statue 31, die Heilige Familie 30 Zentimeter bei 23 Zentimetern Breite. Das Stehkreuz Siena wird in Italien von Hand aus Lindenholz geschnitzt, ist 47 Zentimeter hoch, 20 Zentimeter breit und steht auf einem stabilen Fuß.

Für einen Hausaltar auf einer Kommode passen Kreuz und Statue in diesen Größen gut zusammen: Das Kreuz überragt die Figur, ohne den Platz zu füllen.

Handgeschnitztes Stehkreuz Siena aus Lindenholz mit farbig bemaltem Korpus und Standfuß, 47 Zentimeter hoch Im Artikel erwähnt Stehkreuz Siena, 47 cm In Italien aus Lindenholz geschnitzt, farbig bemalt, mit stabilem Standfuß. Zum Stehkreuz Statue des Heiligsten Herzens Jesu aus farbig handbemaltem Kunstharz, 31 Zentimeter hoch Im Artikel erwähnt Herz-Jesu-Statue Aus Kunstharz, von Hand farbig bemalt, 31 Zentimeter hoch. Zur Statue

Häufige Fragen zum Hausaltar

Kann man einen Hausaltar fertig kaufen?

Einen Hausaltar kauft man selten als Ganzes. Üblich ist, ihn aus Einzelstücken zusammenzustellen: einem Stehkreuz, einer Statue, zwei Leuchtern und einem Weihwassergefäß auf einer vorhandenen Kommode oder einem Wandbord. So passt er zur Wohnung und wächst mit der Familie.

Darf man Weihwasser am Hausaltar aufbewahren?

Weihwasser darf man zu Hause aufbewahren. Das Rituale Romanum sagt ausdrücklich, die Gläubigen dürften Weihwasser in ihren Gefäßen mitnehmen, um Kranke, Häuser und Felder zu besprengen und es in ihren Zimmern zu haben (Tit. VIII, cap. 2, Nr. 5).

Was tun, wenn die Wohnung klein ist?

Für einen Hausaltar in einer kleinen Wohnung genügt ein Wandbord mit einem kleinen Kreuz, einem Marienbild und einer Kerze. Auch ein Fensterbrett oder die Ecke eines Bücherregals eignet sich, wenn der Platz frei von Alltagsdingen bleibt.

Darf ein Hausaltar im Schlafzimmer stehen?

Ein Hausaltar darf im Schlafzimmer stehen; eine Vorschrift über den Raum gibt es nicht. Für das gemeinsame Gebet der Familie eignet sich aber ein Raum, in dem alle zusammenkommen, besser.

Quellen
  1. Codex Iuris Canonici von 1917, can. 1150, 1188, 1194, 1195, 1196, 1255 und 1276. codex-iuris-canonici.de
  2. Rituale Romanum, Regensburg 1937 (nach der Editio typica 1925), Tit. V, cap. 2; Tit. VIII, cap. 2, 3, 24 und 25.
  3. Missale Romanum, Editio typica 1962: In Purificatione B. M. V. (2. Februar), Segnung der Kerzen, Nr. 2095 bis 2097.
  4. Pius XI.: Rundschreiben Miserentissimus Redemptor vom 8. Mai 1928, Nr. 4. vatican.va
  5. Preces et pia opera indulgentiis ditata, editio altera, Typis Polyglottis Vaticanis 1952 (Sacra Paenitentiaria Apostolica), Nr. 253, 325, 395, 398, 466 und 705.

Zuletzt geprüft am 19. Oktober 2026.

Die Werkstatt des MarcellusOnlineShop

Wir knüpfen Rosenkränze von Hand in unserer Werkstatt in Deutschland und schreiben im Ratgeber über Gebete, Devotionalien und den überlieferten katholischen Glauben.

← Zurück zum Ratgeber