Devotionalien

Heiligenbild: was die Kirche lehrt und wie Sie das passende Bild wählen

Vom Konzil von Nizäa bis zum Herrgottswinkel: warum Katholiken Heiligenbilder ehren, warum das kein Götzendienst ist und wie Sie das Bild für Ihr Zuhause auswählen.

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Über dem Bett der heilige Josef, im Flur der Erzengel Michael, in der Küche ein kleines Bild der Muttergottes: Das Heiligenbild gehört seit Jahrhunderten zum katholischen Haus, und doch fragen viele heute: Darf man Bilder verehren, welches Bild passt zu wem, und wohin hängt man es? Dieser Ratgeber erklärt, was die Kirche über heilige Bilder lehrt, vom Konzil von Nizäa 787 bis zum Kirchenrecht von 1917, und wie Sie ein Heiligenbild für Ihr Zuhause auswählen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Heiligenbild ist ein gemaltes, gedrucktes oder geschnitztes Bild Christi, der Muttergottes oder eines Heiligen, das zum Gebet und zur Nachahmung anregen soll.
  • Das Zweite Konzil von Nizäa bestimmte 787, heilige Bilder auch „in Häusern und an Wegen“ aufzustellen. Die Ehre des Bildes geht nach seiner Lehre auf das Urbild über.
  • Das Konzil von Trient bekräftigte 1563: Man verehrt die Bilder nicht, weil in ihnen eine Gottheit oder Kraft wohnte, sondern weil die Ehre auf die dargestellte Person übergeht.
  • Für das Haus eignen sich vor allem Christus, die Muttergottes, der Namenspatron und die Patrone der Familie.

Was ist ein Heiligenbild?

Ein Heiligenbild ist eine Darstellung Christi, der allerseligsten Jungfrau Maria, eines Engels oder eines Heiligen, gemalt, gedruckt oder als Statue geformt. Die Gläubigen hängen Heiligenbilder in Kirchen und Häusern auf, um beim Anblick an die dargestellte Person zu denken und sie um ihre Fürbitte anzurufen.

Das Konzil von Trient nennt im Dezember 1563 drei Gruppen: die Bilder Christi, der jungfräulichen Gottesmutter und der anderen Heiligen. Das Rituale Romanum, das Römische Rituale mit den Segnungen der Kirche, segnet Bilder, die „gemeißelt oder gemalt“ sind, und macht damit keinen Unterschied zwischen Gemälde und Statue. Ein Kruzifix ist in diesem Sinn ebenfalls ein heiliges Bild, nämlich das Bild des gekreuzigten Heilands.

Im Sortiment finden Sie Wandbilder der Heiligen, vom heiligen Josef über den heiligen Benedikt bis zum Pfarrer von Ars, dazu Bilder Christi und der Muttergottes.

Warum verehren Katholiken Heiligenbilder?

Katholiken verehren Heiligenbilder, weil die Ehre des Bildes nach der Lehre der Kirche auf die dargestellte Person übergeht. Das Bild erinnert an Christus und die Heiligen, weckt die Liebe zu ihnen und stellt ihr Beispiel vor Augen, damit die Gläubigen ihr Leben danach ausrichten.

Diese Lehre formulierte das Zweite Konzil von Nizäa im Jahr 787 gegen die Bilderstürmer. Es bestimmte, die ehrwürdigen und heiligen Bilder seien wie das Bild des Kreuzes aufzustellen: in den Kirchen, auf heiligen Geräten und Gewändern, an Wänden und auf Tafeln, „in Häusern und an Wegen“. Je öfter man sie betrachte, desto mehr werde man an die Urbilder erinnert und zu ihnen hingezogen. Die wahre Anbetung (latria) gebühre allein der göttlichen Natur.

Das Konzil von Trient griff 1563 darauf zurück. Durch die Bilder der Geheimnisse unserer Erlösung werde das Volk in den Glaubensartikeln unterwiesen, und die Beispiele der Heiligen würden den Gläubigen vor Augen gestellt, damit sie Gott danken und ihr Leben nach den Heiligen ordnen.

„Denn die Ehre des Bildes geht auf das Urbild über, und wer das Bild verehrt, verehrt in ihm die Person dessen, der darauf dargestellt ist.“

Zweites Konzil von Nizäa (787), Definition über die heiligen Bilder; eigene Übersetzung nach Denzinger, Enchiridion symbolorum, Nr. 302

Ist die Verehrung von Heiligenbildern Götzendienst?

Die Verehrung von Heiligenbildern ist kein Götzendienst, weil die Kirche nicht das Bild als Ding verehrt, sondern die dargestellte Person. Götzendienst wäre es, im Bild eine göttliche Kraft zu vermuten oder auf das Bild zu vertrauen. Das Bild selbst ehrt sie nur als Abbild.

Der Römische Katechismus, herausgegeben auf Befehl Papst Pius' V., erklärt beim ersten Gebot, das Gebot verbiete nicht die Kunst des Malens und Bildens. Die Heilige Schrift berichte selbst von Bildern, die auf Gottes Befehl gemacht wurden, etwa den Cherubim und der ehernen Schlange. Verboten sei, Bilder wie Götter zu verehren, ihnen eine göttliche Kraft zuzuschreiben oder auf sie zu vertrauen, wie es die Heiden taten.

Der heilige Thomas von Aquin unterscheidet am Beispiel des Bildes Christi genauer: Dem Bild als Ding, etwa dem bemalten oder geschnitzten Holz, gebührt keine Ehrfurcht. Die Ehrfurcht gilt ihm nur, insofern es Bild ist (Summa theologiae III, q. 25, a. 3). Das Kirchenrecht von 1917 sagt dasselbe knapp: Bildern gebührt eine Verehrung, die sich auf die dargestellte Person bezieht (can. 1255 § 2).

Welches Heiligenbild passt zu Ihnen?

Welches Heiligenbild passt, entscheidet die Beziehung zum Heiligen. An erster Stelle stehen ein Bild Christi und der Muttergottes. Dazu kommen der Namenspatron aus der Taufe, die Patrone der Familie, des Berufs oder des Ortes und Heilige, deren Leben Ihnen ein Vorbild ist.

Der Namenspatron hat dabei einen festen Platz. Das Kirchenrecht von 1917 verpflichtet die Pfarrer, dafür zu sorgen, dass der Täufling einen christlichen Namen erhält; ist das nicht möglich, fügt der Pfarrer dem von den Eltern gewählten Namen den Namen eines Heiligen hinzu und trägt beide ins Taufbuch ein (can. 761). Ebenso nennt es lobenswert, dass Völker, Bistümer, Kirchenprovinzen, Bruderschaften, Orden und andere Gemeinschaften Heilige zu Patronen wählen, die der Apostolische Stuhl bestätigt (can. 1278). Viele Familien halten es im Kleinen ähnlich und ehren einen Hauspatron. Das Fest des Heiligen ist ein guter Tag, um das Bild aufzuhängen oder zu verschenken.

Heiliger Fest 1962 Titel im Missale
Josef 19. März Bräutigam der seligen Jungfrau Maria, Bekenner, Patron der ganzen Kirche
Benedikt 21. März Abt
Thomas 7. März Thomas von Aquin, Bekenner und Kirchenlehrer
Augustinus 28. Aug. Bischof, Bekenner und Kirchenlehrer
Theresia 3. Okt. Theresia vom Kinde Jesu, Jungfrau
Vianney 8. Aug. Johannes Maria Vianney, Bekenner
Michael 29. Sept. Erzengel (Fest seiner Kirchweihe)

Die Festtage stehen so im Kalender des Missale Romanum, des Römischen Messbuchs, von 1962. Alle Motive finden Sie unter unseren katholischen Wandbildern.

Wo hängt man ein Heiligenbild auf?

Ein Heiligenbild hängt man an einen Platz, an dem es gesehen wird und an dem gebetet werden kann: im Herrgottswinkel, über dem Hausaltar, über dem Bett oder neben der Haustür. Wichtig ist ein würdiger Ort, frei von Alltagsdingen.

Viele Familien sammeln die Bilder an einer Stelle, sodass ein kleiner Gebetsplatz entsteht: das Kreuz in der Mitte, daneben die Muttergottes und die Patrone. Wie man einen solchen Platz einrichtet, beschreibt unser Ratgeber zum Herrgottswinkel. Ein Bild des Schutzengels oder des heiligen Josef passt gut ins Kinderzimmer.

Das Konzil von Trient verlangt für heilige Bilder Würde: Sie sollen nicht mit „aufreizender Schönheit“ gemalt oder geschmückt werden. Für das Haus heißt das, ein Motiv zu wählen, das zum Gebet führt und nicht bloß dekoriert. Ein Bild Christi finden Sie bei den Wandbildern von Jesus Christus.

Muss ein Heiligenbild geweiht sein?

Ein Heiligenbild für das Haus muss nicht geweiht sein, die Segnung ist aber ein frommer Brauch. Das Rituale Romanum erlaubt jedem Priester, ein Bild Christi, der Muttergottes oder eines Heiligen privat und ohne Erlaubnis des Ordinarius zu segnen.

Die Segnung besteht aus kurzen Versikeln, einem Gebet und der Besprengung mit Weihwasser. Werden Bilder, die öffentlich verehrt werden, feierlich gesegnet, ist diese Segnung dem Ordinarius vorbehalten, der sie aber jedem Priester übertragen kann (CIC 1917, can. 1279 § 4). Nach der Segnung ist das Bild ein geweihter Gegenstand und wird ehrfürchtig behandelt, auch wenn es Privatbesitz ist (can. 1150).

Omnipotens sempiterne Deus, qui Sanctorum tuorum imagines (sive effigies) sculpi, aut pingi non reprobas, ut quoties illas oculis corporis intuemur, toties eorum actus et sanctitatem ad imitandum memoriae oculis meditemur …

Allmächtiger, ewiger Gott, du verwirfst es nicht, dass Bilder (oder Abbilder) deiner Heiligen gemeißelt oder gemalt werden, damit wir, sooft wir sie mit den Augen des Leibes anschauen, ebenso oft ihre Taten und ihre Heiligkeit mit den Augen des Gedächtnisses betrachten, um sie nachzuahmen …

Rituale Romanum, Tit. VIII, cap. 25, Segnung eines Bildes (Ausgabe Regensburg 1937); eigene Übersetzung des Anfangs
Aus der Werkstatt

Unsere Wandbilder, etwa der heilige Josef mit dem Jesuskind, der heilige Benedikt oder der Erzengel Michael, werden auf mattem Fotokarton mit 216 bis 270 g/m² gedruckt, meist in den Größen DIN A5 (14,8 × 21 cm) und DIN A4 (21 × 29,7 cm). Ein Rahmen ist nicht enthalten, damit Sie das Bild passend zu Ihrem Herrgottswinkel oder Hausaltar rahmen können.

Wir rollen die Bilder nicht, sondern legen sie in der Regel von Hand in einen schützenden Umschlag. So kommt das Bild glatt bei Ihnen an.

Wandbild des heiligen Josef mit dem Jesuskind und einer Lilie Im Artikel erwähnt Hl. Joseph mit Jesuskind Wandbild des heiligen Josef mit dem Jesuskind, gedruckt auf mattem Fotokarton, ohne Rahmen. Zum Wandbild

Häufige Fragen zum Heiligenbild

Darf man ein altes Heiligenbild wegwerfen?

Ein geweihtes Heiligenbild wirft man nicht in den Hausmüll, denn geweihte Dinge sind ehrfürchtig zu behandeln und nicht zu profanem Gebrauch zu verwenden (CIC 1917, can. 1150). Fragen Sie Ihren Priester, wie es würdig beseitigt wird. Ein ungeweihtes Bild sollte man aus Ehrfurcht vor dem Dargestellten ebenso behandeln.

Welches Heiligenbild schenkt man zur Taufe?

Zur Taufe eignet sich besonders ein Bild des Namenspatrons, dessen Namen das Kind in der Taufe erhält. Ist der Name keinem Heiligen zugeordnet, eignet sich ein Bild der Muttergottes, des heiligen Josef oder des Schutzengels.

Gehört eine Heiligenstatue auch zu den Heiligenbildern?

Eine Heiligenstatue gehört für die Kirche ebenso zu den heiligen Bildern wie ein Gemälde; das Rituale segnet beide mit demselben Gebet. Eine Auswahl finden Sie unter unseren Statuen von Heiligen.

Darf man Heiligenbilder im Schlafzimmer aufhängen?

Heiligenbilder dürfen im Schlafzimmer hängen. Viele Familien hängen über das Bett ein Kreuz oder ein Bild der Muttergottes und beten davor das Abendgebet. Eine Vorschrift über den Ort gibt es für das Haus nicht.

Quellen
  1. Zweites Konzil von Nizäa (787), Definition über die heiligen Bilder, lateinisch nach H. Denzinger: Enchiridion symbolorum, Freiburg 1911, Nr. 302. archive.org
  2. Konzil von Trient, Sessio XXV (Dezember 1563), Dekret über die Anrufung, Verehrung und Reliquien der Heiligen und die heiligen Bilder; lateinisch nach Ph. Schaff, Creeds of Christendom, Bd. II (1877). ccel.org
  3. Römischer Katechismus nach dem Beschlusse des Conciliums von Trient, Teil III, Erklärung des ersten Gebotes; deutsche Ausgabe Passau (Pleuger), Neue Ausgabe, laut archive.org 1853. archive.org
  4. Thomas von Aquin: Summa theologiae III, q. 25, a. 3. newadvent.org
  5. Codex Iuris Canonici von 1917, can. 761, 1150, 1255, 1278 und 1279. codex-iuris-canonici.de
  6. Rituale Romanum, Tit. VIII, cap. 25: Feierliche Segnung eines Bildes Christi, der allerseligsten Jungfrau oder eines Heiligen; Regensburg 1937.
  7. Missale Romanum 1962, Kalendarium.

Zuletzt geprüft am 26. Oktober 2026.

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