Bedeutung des Rosenkranzes: warum Katholiken ihn beten
Vater unser, Engelsgruß und fünfzehn Geheimnisse: was der Rosenkranz ist, warum Katholiken ihn beten und was Leo XIII., Pius XI. und Pius XII. über ihn geschrieben haben.
Eine Schnur mit Perlen, ein Kreuz und Gebete, die sich wiederholen: Von außen wirkt der Rosenkranz schlicht. Die Bedeutung des Rosenkranzes zeigt sich erst, wenn man sieht, was er verbindet: das Gebet, das unser Herr selbst gelehrt hat, den Gruß des Engels an die allerseligste Jungfrau und die Betrachtung von fünfzehn Geheimnissen der Erlösung. Dieser Ratgeber erklärt, was der Rosenkranz ist, warum Katholiken ihn beten und was die Päpste Leo XIII., Pius XI. und Pius XII. in ihren Rundschreiben über ihn geschrieben haben, mit Fundstellen.
- Der Rosenkranz ist ein betrachtendes Gebet der katholischen Kirche: Man betet jeweils ein Vater unser und zehn Ave Maria und betrachtet zu jedem Zehner ein Geheimnis aus dem Leben unseres Herrn und seiner Mutter.
- Der Name geht auf das lateinische rosarius zurück, einen Kranz oder Strauß aus Rosen. Weil der ganze Rosenkranz 150 Ave Maria zählt, hieß er auch Psalter Mariens.
- Pius XI. schrieb 1937, der Rosenkranz nähre den katholischen Glauben, belebe die Hoffnung auf die unvergänglichen Güter und entzünde die Liebe.
- Ein geweihter Rosenkranz ist ein Sakramentale. Er wirkt nicht aus eigener Kraft; die Kirche bedient sich der Sakramentalien, um durch ihre Fürbitte Wirkungen vor allem geistlicher Art zu erlangen (Codex des kanonischen Rechts von 1917, can. 1144).
Was ist der Rosenkranz?
Der Rosenkranz ist ein Gebet, in dem man Zehner von Ave Maria spricht, jeden eingeleitet von einem Vater unser, und dabei die Geheimnisse der Erlösung betrachtet. Das Wort bezeichnet zugleich die Perlenschnur mit Kreuz, an der man diese Gebete abzählt.
Der Katechismus von Joseph Deharbe, in der Ausgabe von 1871, antwortet auf die Frage „Was ist der Rosenkranz?“ nach der kirchlichen Überlieferung so: „Der Rosenkranz ist eine sehr nützliche und leichte Weise zu beten und zu betrachten, die vom heiligen Dominikus eingeführt, von der Kirche gutgeheißen und seither unter guten Christen allgemein im Gebrauche ist.“
Das Römische Brevier beschreibt ihn am 7. Oktober als Gebetsweise, in der fünfzehn Zehner des Englischen Grußes durch das Gebet des Herrn abgeteilt werden; zu jedem Zehner betrachtet man eines der ebenso vielen Geheimnisse unserer Erlösung. Die Herkunft von Dominikus führt das Brevier ausdrücklich als Überlieferung ein: ut memoriae proditum est, „wie es überliefert ist“. Die Catholic Encyclopedia von 1912 hält fest, dass Reihen von Ave Maria und Zählschnüre schon vor Dominikus bekannt waren; Pius XI. schreibt 1937 vorsichtig, Dominikus habe diese Gebetsweise gefördert.
Pius XI. erwähnt 1937 (AAS 29, S. 375), dass manche den Rosenkranz Psalterium Virginis nennen, Psalter der Jungfrau, oder Evangelii christianaeque vitae breviarium, einen kurzen Inbegriff des Evangeliums und des christlichen Lebens. Wie Sie ihn Schritt für Schritt beten, zeigt der Gebetsbegleiter zum Rosenkranz.
Warum beten Katholiken den Rosenkranz?
Katholiken beten den Rosenkranz, um durch die Fürsprache der allerseligsten Jungfrau Maria Gott zu bitten und die Heilstaten Christi zu betrachten. Papst Pius XI. nannte 1937 drei Tugenden, die er weckt: Der Rosenkranz nährt den katholischen Glauben, belebt die Hoffnung auf die unvergänglichen Güter und entzündet die Liebe.
Pius XI. beginnt bei den Gebeten selbst. Das erste ist jenes, das der Erlöser seinen Jüngern gab, als sie baten: „Lehre uns beten“ (Lk 11, 1). Das zweite ist der Englische Gruß, der mit dem Lob des Erzengels Gabriel und der heiligen Elisabeth beginnt und mit der Bitte um die Hilfe der seligen Jungfrau jetzt und in der Todesstunde schließt. Mit dem heiligen Bernhard erinnert er daran, warum man sich an die Muttergottes wendet: „So ist der Wille dessen, der wollte, dass wir alles durch Maria haben“ (AAS 29, S. 375).
„Zu diesen mündlich verrichteten Gebeten tritt die Betrachtung der heiligen Geheimnisse, in der uns die Freuden, Schmerzen und Triumphe Jesu Christi und seiner Mutter gleichsam vor Augen gestellt werden, damit wir daraus für unsere Ängste Linderung und Trost schöpfen […].“
Pius XI., Ingravescentibus malis, 1937, AAS 29, S. 376 · eigene Übersetzung
Pius XI. begründet die drei Tugenden im Einzelnen. Den Glauben nährt die Betrachtung der Geheimnisse, durch die er facile revirescit, leicht wieder auflebt. Die Hoffnung belebt der Triumph Jesu Christi und seiner Mutter am Ende des Gebetes, der „uns den Himmel offen zeigt“. Die Liebe entzündet sich, wenn man das Leiden und den Tod des Erlösers und die Ängste seiner schmerzhaften Mutter erwägt (Acta Apostolicae Sedis 29, 1937, S. 378 f.).
Was sagen die Päpste über den Rosenkranz?
Die Päpste Leo XIII., Pius XI. und Pius XII. haben den Rosenkranz in eigenen Rundschreiben empfohlen. Leo XIII. nannte ihn 1898 eine vorzügliche Art des Bittens, die zum ewigen Leben Frucht bringt. Pius XII. verglich ihn 1951 mit der Schleuder Davids, mit der die Kirche dem höllischen Feind entgegentritt.
Leo XIII. weihte mit dem Rundschreiben Supremi apostolatus officio vom 1. September 1883 den Oktober jenes Jahres der Königin des Rosenkranzes und ordnete an, vom 1. Oktober bis zum 2. November in jeder Pfarrei wenigstens fünf Gesätze, also fünf Zehner von Ave Maria, mit der Lauretanischen Litanei zu beten.
Fünfzehn Jahre später, am 5. September 1898, fasste er im Schreiben Diuturni temporis zusammen, was er gelehrt hatte: Der Rosenkranz sei admirabile sertum ex angelico praeconio consertum, „ein wunderbarer Kranz, aus dem Gruß des Engels geflochten“, durchsetzt mit dem Gebet des Herrn und verbunden mit der Betrachtung, eine vorzügliche Art des Bittens und für das ewige Leben überaus fruchtbar (Acta Sanctae Sedis 31, S. 147). Pius XI. hat diesen Satz 1937 wörtlich aufgenommen.
Pius XII. schrieb am 15. September 1951, dem Fest der Sieben Schmerzen Mariens, in Ingruentium malorum: Die Kirche stütze sich nicht auf Gewalt, Waffen oder menschliche Macht, sondern auf die himmlische Hilfe, die durch solche Gebete erlangt wird, und könne so, „gleichsam mit der Schleuder Davids gerüstet“, den höllischen Feind furchtlos angreifen (AAS 43, 1951, S. 581).
Ist das ständige Wiederholen beim Rosenkranz nicht eintönig?
Die Wiederholungen im Rosenkranz sind kein leeres Aufsagen. Pius XI. schrieb 1937, Frömmigkeit und Liebe sagten mit denselben Worten nie dasselbe, sondern immer etwas Neues. Pius XII. nannte das wiederholte Gebet 1951 nicht unfruchtbar; es besitze eine wunderbare Kraft, den Betenden Vertrauen einzuflößen.
Pius XI. wandte sich ausdrücklich gegen jene (AAS 29, S. 376 f.), die den Rosenkranz als lästige Formel mit immer gleicher Leier abtun, nur gut für Kinder und einfache Frauen. Diese Gebetsweise, so der Papst, atme die Einfachheit des Evangeliums und verlange Demut, ohne die nach dem Wort des Herrn niemand ins Himmelreich eingeht: „Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen“ (Mt 18, 3, nach dem lateinischen Text des Rundschreibens).
Pius XII. sagt von dem so oft mit denselben Worten wiederholten Gebet, es habe nichts Unfruchtbares und Lästiges an sich; es besitze vielmehr, wie die Erfahrung zeige, eine wunderbare Kraft, den Betenden Vertrauen auf Erhörung einzuflößen (AAS 43, S. 579). Schon der Stadtpfarrer Carl Stumpf antwortete in seinem Gebetbuch, dessen fünfte Auflage 1868 bei Pustet in Regensburg erschien, auf den Vorwurf, die vielen Wiederholungen nährten die Zerstreuung: „der entfliehende Gedanke findet leicht wieder eben durch die Wiederholung einen Anknüpfungspunkt, wenn man ihn anders zurückruft“.
Warum soll man den Rosenkranz in der Familie beten?
Den Rosenkranz in der Familie zu beten, haben Pius XI. und Pius XII. ausdrücklich empfohlen. Pius XI. nannte das abendliche Gebet von Eltern und Kindern vor dem Bild der Muttergottes 1937 einen schönen und heilsamen Brauch, Pius XII. 1951 eine Schule christlicher Tugend.
Pius XI. beschreibt die Stunde nach getaner Arbeit, wenn sich die Familie im Haus versammelt und die Kinder unter Anleitung der Eltern vor dem Bild der Gottesmutter den Rosenkranz beten. Neuvermählten, die er in Audienz empfing, schenkte er Rosenkränze und ermahnte sie, keinen Tag ohne dieses Gebet vergehen zu lassen (AAS 29, S. 379 f.). Pius XII. sah das christliche Haus, das den Rosenkranz pflegt, nach dem Vorbild der Heiligen Familie von Nazareth geformt: Das Gebet verbinde die Familie mit den Abwesenden und mit den Verstorbenen und werde zur efficientissima christianae disciplinae christianaeque virtutis schola, einer überaus wirksamen Schule christlicher Lebensordnung und Tugend (AAS 43, S. 580).
Hat ein geweihter Rosenkranz eine besondere Wirkung?
Ein geweihter Rosenkranz ist ein Sakramentale, aber kein Gegenstand mit eigener Kraft. Nach dem Kirchenrecht von 1917 bedient sich die Kirche der Sakramentalien, um durch ihre Fürbitte Wirkungen vor allem geistlicher Art zu erlangen. Was zählt, ist das andächtige Gebet dessen, der den Rosenkranz gebraucht.
Der Codex von 1917 sagt: Sacramentalia sunt res aut actiones quibus Ecclesia, in aliquam Sacramentorum imitationem, uti solet ad obtinendos ex sua impetratione effectus praesertim spirituales (can. 1144). Geweihte Dinge sind ehrfürchtig zu behandeln und nicht zu profanem Gebrauch zu verwenden (can. 1150). Es empfiehlt sich, den Rosenkranz vor dem ersten Gebrauch von einem Priester weihen zu lassen. Wer einen Rosenkranz gebraucht, den ein Dominikaner oder ein anderer Priester mit besonderer Vollmacht geweiht hat, kann nach der Raccolta zusätzliche Ablässe gewinnen (Nr. 360, Anmerkung 2).
Die Raccolta von 1943 verzeichnet für ein andächtig gebetetes Drittel des Rosenkranzes, also fünf Gesätze, einen Teilablass von fünf Jahren, gemeinsam gebetet einmal am Tag von zehn Jahren (Nr. 360). Für jeden Ablass setzt die Kirche den Stand der Gnade voraus, spätestens am Ende der vorgeschriebenen Werke (CIC 1917, can. 925 § 1). Einen vollkommenen Ablass gewinnt am letzten Sonntag des Monats, wer in jeder der vorausgehenden Wochen mindestens dreimal gemeinsam mit anderen ein Drittel gebetet hat und dazu beichtet, die heilige Kommunion empfängt und eine Kirche besucht.
Für das tägliche Gebet fertigen wir den Rosenkranz aus Lavastein von Hand: Ave-Perlen aus echtem Lavastein von 8 mm, Vater-unser-Perlen aus mattem Obsidian von 10 mm, die Wundertätige Medaille als Mittelstück und ein Benediktuskreuz. Er ist 55 cm lang. Jede Lavaperle ist ein Unikat, darum gleicht kein Rosenkranz dem anderen.
Mittelstück und Kreuz lassen sich bei uns frei kombinieren. Ein Hinweis im Bemerkungsfeld Ihrer Bestellung oder eine E-Mail mit Ihrer Bestellnummer genügt.
Im Artikel erwähnt
Rosenkranz Lavasteinperlen
Handgefertigt aus Lavastein und Obsidian, mit Wundertätiger Medaille und Benediktuskreuz.
Zum Rosenkranz
Häufige Fragen zur Bedeutung des Rosenkranzes
Was bedeutet das Wort Rosenkranz?
Das Wort Rosenkranz geht auf das lateinische rosarius zurück, das einen Kranz oder Strauß aus Rosen bezeichnet; im Lateinischen heißt der Rosenkranz Rosarium. Eine Legende des Mittelalters erzählt, die Muttergottes habe einem jungen Mönch beim Ave Maria Rosenknospen von den Lippen genommen und zu einem Kranz für ihr Haupt geflochten.
Ist der Rosenkranz nur ein Gebet für Frauen und Kinder?
Der Rosenkranz ist ein Gebet für alle Stände. Pius XI. erinnerte 1937 (AAS 29, S. 377) an gelehrte Männer, die trotz ihrer Studien keinen Tag ausließen, ihn kniend vor dem Bild der Gottesmutter zu beten, und an Könige und Fürsten, die ihn trotz ihrer Geschäfte als feste Gewohnheit pflegten.
Ist der Rosenkranz eine christliche Gebetskette?
Der Rosenkranz ist die bekannteste Gebetskette der katholischen Kirche. Schon die Mönche der Frühzeit zählten ihre Gebete, etwa mit Steinchen; Gebetsschnüre sind seit dem 11. Jahrhundert bezeugt. Im Mittelalter hießen sie „Paternoster“, weil man an ihnen das Vater unser zählte. Eine Auswahl finden Sie unter Rosenkränze mit Steinperlen und Paracord-Rosenkränze.
Wo kann ich einen Rosenkranz kaufen, der lange hält?
Einen Rosenkranz für den täglichen Gebrauch knüpfen wir von Hand, aus Paracord, Holz, Glas und Stein. Alle Modelle finden Sie unter Rosenkränze aus unserer Werkstatt.
- Pius XI.: Litterae encyclicae Ingravescentibus malis, 29. September 1937. Acta Apostolicae Sedis 29 (1937), S. 373 bis 380. archive.org; englische Fassung vatican.va
- Pius XII.: Epistula encyclica Ingruentium malorum, 15. September 1951. Acta Apostolicae Sedis 43 (1951), S. 577 bis 582. archive.org; englische Fassung vatican.va
- Leo XIII.: Epistola Diuturni temporis, 5. September 1898. Acta Sanctae Sedis 31 (1898/99), S. 146 ff. archive.org
- Leo XIII.: Rundschreiben Supremi apostolatus officio, 1. September 1883, englische Fassung. vatican.va
- Codex Iuris Canonici von 1917, can. 925 § 1, 1144 und 1150. codex-iuris-canonici.de
- The Raccolta, autorisierte englische Ausgabe der Preces et pia opera von 1938, New York: Benziger 1943, Nr. 360. archive.org
- Joseph Deharbe: Katholischer Katechismus, New York: Benziger 1871, Fragen 48 und 49 zum Rosenkranz, S. 134. archive.org
- Breviarium Romanum (Rubriken 1960): 7. Oktober, Matutin, 4. Lesung. divinumofficium.com
- Carl Stumpf: Die Gedächtnißfeier des Christen, Regensburg: Pustet 1868, S. 191 f. archive.org
- Herbert Thurston, Andrew Shipman: Rosary. In: The Catholic Encyclopedia, Bd. 13, New York 1912. newadvent.org
Zuletzt geprüft am 19. Oktober 2026.
Die Werkstatt des MarcellusOnlineShop
Wir knüpfen Rosenkränze von Hand in unserer Werkstatt in Deutschland und schreiben im Ratgeber über Gebete, Devotionalien und den überlieferten katholischen Glauben.


