Devotionalien

Combat Rosary: Geschichte und Aufbau des Soldatenrosenkranzes

Kugelkette statt Schnur, Metall statt Holz: woher der Combat Rosary kommt, was Bücher von 1920 und 1921 über Rosenkränze für Soldaten tatsächlich berichten und wie man mit ihm betet.

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Ein Rosenkranz, der in die Feldtasche gehört und Regen, Schlamm und Kälte übersteht: So stellt man sich den Combat Rosary vor. Der englische Name bedeutet Kampfrosenkranz, gemeint ist ein Soldatenrosenkranz, dessen Perlen auf einer Kugelkette aus Metall sitzen. Um seine Herkunft ranken sich viele Erzählungen aus den beiden Weltkriegen. Dieser Ratgeber trennt, was Bücher aus den Jahren 1920 und 1921 berichten, von dem, was Sammler überliefern, und zeigt, wie man mit dem Combat Rosary betet.

Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Combat Rosary ist ein Rosenkranz, dessen Perlen auf einer Kugelkette aus Metall sitzen statt auf einer Schnur. Im Englischen heißt er auch pull chain rosary, Zugketten-Rosenkranz, oder soldier's rosary, Soldatenrosenkranz.
  • Belegt ist: Katholische Hilfswerke in den Vereinigten Staaten verteilten im Ersten Weltkrieg Rosenkränze in großer Zahl, die Chaplains' Aid Association, ein Hilfswerk für die Feldgeistlichen, allein mehr als eine halbe Million.
  • Nicht belegt ist die verbreitete Erzählung, die amerikanische Armee habe 1916 einen eigenen Rosenkranz an der Kugelkette ausgegeben. Sammler sind darüber uneins.
  • Gebetet wird er wie jeder Rosenkranz. Geweiht ist er ein Sakramentale, kein Amulett: Die Kirche bedient sich seiner, um durch ihre Fürbitte Wirkungen vor allem geistlicher Art zu erlangen (Codex des kanonischen Rechts von 1917, can. 1144).

Was ist ein Combat Rosary?

Ein Combat Rosary ist ein Rosenkranz, dessen Perlen auf einer Kugelkette aus Metall sitzen statt auf einer geknüpften Schnur. Der englische Name bedeutet Kampfrosenkranz. Gemeint ist ein Soldatenrosenkranz nach dem Vorbild der Rosenkränze, die katholische Soldaten in den Weltkriegen bei sich trugen.

Im Englischen laufen mehrere Namen nebeneinander: pull chain rosary nach den Zugketten der Lampen jener Zeit, service rosary, also Dienstrosenkranz, und soldier's rosary. Gemeint ist immer dieselbe Bauart: Die Perlen sitzen einzeln auf einer Kugelkette, es gibt keinen Knoten und keine Schnur, die durchscheuern könnte.

Im Gebrauch unterscheidet sich der Combat Rosary von keinem anderen Rosenkranz. Er hat Kreuz, Mittelstück und Gesätze; ein Gesätz ist die Folge aus einem Vater unser, zehn Ave Maria und einem Ehre sei dem Vater. Neben der vollen Länge gibt es kompakte Formen mit nur einem Gesätz, die als Fingerrosenkränze in die Hosentasche passen. Alle Modelle aus unserem Sortiment finden Sie unter Combat Rosaries.

Woher stammt der Soldatenrosenkranz?

Belegt ist der Soldatenrosenkranz zuerst in der Seelsorge an katholischen Soldaten im Ersten Weltkrieg. Hilfswerke in den Vereinigten Staaten schickten Rosenkränze, Skapuliere und Medaillen an die Feldgeistlichen, die sie in den Lagern, auf den Schiffen und an der Front an die Männer verteilten.

Michael Williams hat diese Arbeit 1921 in seiner Geschichte des National Catholic War Council, des katholischen Kriegsrats der amerikanischen Bischöfe, beschrieben. Die Chaplains' Aid Association, das Hilfswerk für die Feldgeistlichen, von Pater John J. Burke in New York unter dem Schutz von Kardinal Farley gegründet, rüstete die Feldgeistlichen aus: mit mehr als 1.200 Messkoffern, mit einem eigenen Gebetbuch für Heer und Marine, dem Army and Navy Prayer Book, in mehr als 1,25 Millionen Exemplaren und mit Andachtsgegenständen.

„Von Rosenkränzen, Skapulieren und Medaillen wurden jeweils mehr als eine halbe Million geliefert.“

Michael Williams: American Catholics in the War, New York 1921, S. 294 (eigene Übersetzung)

Wie viele Rosenkränze an einem einzigen Ort verteilt wurden, zeigt ein Bericht des Priesters Paul Bethel aus Brest vom 28. Februar 1919. Für einen einzigen Monat meldet er 40 Sonntagsmessen, 3.800 Kommunionen, 4.500 Beichten und 2.000 verteilte Rosenkränze (Williams, S. 261). Die Kolumbusritter schickten ihre Sekretäre mit Skapulieren, Gebetbüchern und Rosenkränzen im Rucksack durch die erste, zweite und dritte Grabenlinie (Egan und Kennedy, 1920, Bd. 1, S. 22). Woraus diese Rosenkränze gefertigt waren und ob sie an einer Kugelkette hingen, sagen beide Bücher nicht.

Hat die amerikanische Armee den Combat Rosary ausgegeben?

Dass die amerikanische Armee den Combat Rosary 1916 entworfen und ausgegeben habe, wird oft erzählt, ist in den gesicherten Quellen aber nicht belegt. Die Berichte von 1920 und 1921 nennen katholische Hilfswerke und Feldgeistliche als Verteiler, keine Ausgabe durch den Staat.

Unter Sammlern gehen die Angaben auseinander. Gloria und Helen Hoffner schreiben, die ersten Rosenkränze an der Zugkette seien 1916 entstanden und an Militärgeistliche zur Verteilung gegangen. Ein Händler alter Rosenkränze nennt sie offizielle Ausgabe, räumt aber ein, dass genaue Geschichten solcher Rosenkranztypen kaum zu finden seien. Ein dritter Sammlerbeitrag hält dagegen, Familien und Pfarreien hätten die Rosenkränze bezahlt, das meiste, was heute als Stück aus dem Ersten Weltkrieg verkauft werde, stamme aus dem Zweiten, und das Wort combat rosary sei erst viel später als Verkaufsname aufgekommen. Belege legt keine der drei Seiten vor.

Wir halten fest, was sich zeigen lässt: Rosenkränze gingen zu Hunderttausenden an die Front, und in den Büchern von 1920 und 1921 heißen sie schlicht rosaries. Eine Jahreszahl für das Modell an der Kugelkette übernehmen wir nicht. Zur Jahreszahl 1916 passt auch nicht, dass Williams die Gründung der Chaplains' Aid Association in den ersten Kriegsmonat der Vereinigten Staaten legt, in den April 1917.

Wie ist ein Combat Rosary aufgebaut?

Ein Combat Rosary ist aufgebaut wie jeder Rosenkranz: Kreuz mit kurzem Anhänger, Mittelstück und fünf Gesätze aus je zehn Ave-Perlen und einer Vater-unser-Perle. Anders ist nur das Material. Perlen und Kette sind aus Metall, die Perlen sitzen einzeln auf einer Kugelkette.

Fünf Gesätze sind ein Drittel des ganzen Rosenkranzes der Überlieferung, der fünfzehn Gesätze zu den fünfzehn Geheimnissen umfasst. Die kompakte Form hat nur ein Gesätz und wird für einen Rosenkranz fünfmal durchgebetet. Unsere beiden Bauarten im Vergleich:

Merkmal Soldiers Edition Compact
Länge volle Länge, lang genug zum Tragen um den Hals ein Gesätz, passt in die Hosentasche
Perlen 6 mm, Edelstahl, Bronze oder massives Kupfer mit Galvanik in Gold oder Anthrazit 6 mm, massives Kupfer mit Galvanik in Silber, Gold oder Anthrazit
Kette extra stabile Kugelkette, doppelte Binderinge extra stabile Kugelkette, doppelte Binderinge
Kreuz Pardon-Kruzifix, je nach Modell auch Passionskreuz oder San-Damiano-Kreuz italienisches Pardon-Kruzifix
Medaille Wundertätige Medaille, je nach Modell auch Benediktusmedaille, St. Michael oder Antlitz Christi Wundertätige Medaille, beim Modell in Silber auch Benediktusmedaille, Mater Dolorosa oder Petrus und Paulus
Verpackung Aufbewahrungsbox Leinenbeutel
Combat Rosary in Bronze mit Pardon-Kruzifix an der Kugelkette, daneben eine Box mit der Aufschrift Ecclesia Militans und eine Karte mit dem Erzengel Michael
Die Soldiers Edition in Bronze mit Pardon-Kruzifix und ihrer Aufbewahrungsbox. Die Aufschrift Ecclesia Militans heißt „streitende Kirche“. Foto aus unserem Sortiment.

Wie betet man mit einem Combat Rosary?

Mit einem Combat Rosary betet man den Rosenkranz wie mit jedem anderen: Glaubensbekenntnis am Kreuz, die Eingangsgebete am Anhänger, dann Gesätz um Gesätz ein Vater unser, zehn Ave Maria und ein Ehre sei dem Vater. Dabei betrachtet man die freudenreichen, die schmerzhaften oder die glorreichen Geheimnisse.

Nach der Überlieferung gehören die freudenreichen Geheimnisse auf Montag und Donnerstag, die schmerzhaften auf Dienstag und Freitag, die glorreichen auf Mittwoch, Samstag und Sonntag. Mit der kompakten Form zählt man die fünf Gesätze, indem man die zehn Perlen fünfmal durch die Finger gehen lässt. Alle Gebete im Wortlaut und die Geheimnisse für jeden Tag finden Sie im Gebetsbegleiter zum Rosenkranz.

Dass Christen in Kriegsnot zum Rosenkranz greifen, hat in der Kirche eine lange Linie. Das Römische Brevier erzählt am Rosenkranzfest, dem 7. Oktober, vom Sieg bei Lepanto unter dem heiligen Papst Pius V. Er fiel auf den Tag, an dem die Rosenkranzbruderschaften überall ihre Bittgebete hielten. Die sechste Lesung schließt mit einer Bitte, die den Blick von den irdischen auf die höllischen Feinde lenkt:

„… damit sie, die den Christgläubigen, durch die Gebete des Rosenkranzes erfleht, so oft gewährt hat, die irdischen Feinde zu schlagen und zu vernichten, ebenso gewähre, die höllischen zu überwinden.“

Breviarium Romanum, 7. Oktober, Matutin (nächtliches Stundengebet), 2. Nokturn, 6. Lesung (eigene Übersetzung)

Schützt ein Soldatenrosenkranz im Kampf?

Ein Soldatenrosenkranz schützt nicht aus eigener Kraft. Geweiht ist er ein Sakramentale: Die Kirche erlangt durch ihn kraft ihrer Fürbitte Wirkungen vor allem geistlicher Art. Wer ihn bei sich trägt und betet, bittet Gott um Beistand und vertraut auf die Fürsprache der Muttergottes.

So bestimmt es das Kirchenrecht von 1917 für alle Sakramentalien (can. 1144). Schon im Ersten Weltkrieg sahen die Seelsorger die Gefahr des Missverständnisses. Egan und Kennedy berichten, dass auch nichtkatholische Soldaten um Rosenkränze baten, in der Regel offen als Andenken oder, in ihren Worten, als charms, also als Anhänger mit vermeintlicher Schutzkraft. Die Verfasser vermuten darin „vielleicht etwas Aberglauben“, im Ganzen aber einen ungeschulten, gesunden Glauben, geweckt durch die Andacht der katholischen Kameraden (1920, Bd. 1, S. 19).

Die Grenze hat der heilige Thomas von Aquin gezogen: Heilige Worte bei sich zu tragen, ist erlaubt, wenn man dabei allein auf die Ehrfurcht vor Gott schaut, von dem man die Wirkung erwartet. Abergläubisch wird es, wenn man die Hoffnung auf die Art des Schreibens oder Umbindens setzt (Summa theologiae II-II, q. 96, a. 4 und ad 1).

Der Kampf, um den es dem Rosenkranz geht, ist der um das ewige Heil. Der Katechismus der Bistümer Deutschlands von 1955 sagt es knapp: „Die Gläubigen auf Erden müssen noch um ihr ewiges Heil kämpfen; sie bilden die streitende Kirche.“ (S. 107) Um Beistand in diesem Kampf bittet das Gebet zum heiligen Erzengel Michael, das unser Gebetsbegleiter an den Schluss des Rosenkranzes stellt.

Sancte Michael Archangele, defende nos in proelio; contra nequitiam et insidias diaboli esto praesidium. Imperet illi Deus, supplices deprecamur; tuque Princeps militiae coelestis, Satanam aliosque spiritus malignos, qui ad perditionem animarum pervagantur in mundo, divina virtute in infernum detrude. Amen.

Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe; gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels sei unser Schutz. Gott gebiete ihm, so bitten wir flehentlich; du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen, stürze den Satan und die anderen bösen Geister, die zum Verderben der Seelen die Welt durchziehen, in der Kraft Gottes hinab in die Hölle. Amen.

Lateinisch: Anselm Schott, Das Messbuch der heiligen Kirche, 1894, Gebete nach der heiligen Messe. Deutsch: Hausfassung des MarcellusOnlineShop
Aus der Werkstatt

Unsere Combat Rosaries tragen massive Perlen von 6 mm an einer extra stabilen Kugelkette. Kreuz und Medaille hängen an doppelten Binderingen. Die Soldiers Edition gibt es in Edelstahl, in Bronze und mit Kupferperlen in Gold oder Anthrazit; sie kommt in einer Aufbewahrungsbox. Die kompakte Form liegt in einem Leinenbeutel.

Bei mehreren Modellen wählen Sie Kreuz und Medaille selbst, etwa Pardon-Kruzifix und Benediktusmedaille. Lassen Sie den Rosenkranz vor dem Gebrauch von einem Priester weihen.

Combat Rosary in Bronze an der Kugelkette mit San-Damiano-Kreuz, Benediktusmedaille und Wundertätiger Medaille Im Artikel erwähnt Combat Rosary Soldiers Edition bronze Volle Länge, 6-mm-Perlen aus Bronze an der Kugelkette, Kreuz und Medaille wählbar, mit Aufbewahrungsbox. Zum Rosenkranz Kompakter Combat Rosary mit einem Gesätz an silberfarbener Kugelkette und italienischem Pardon-Kruzifix Im Artikel erwähnt Combat Rosary Compact Ein Gesätz an der Kugelkette, 6-mm-Kupferperlen mit silberner Galvanik und Pardon-Kruzifix, für die Hosentasche. Zum Fingerrosenkranz

Häufige Fragen zum Combat Rosary

Was heißt Combat Rosary auf Deutsch?

Combat Rosary heißt wörtlich Kampfrosenkranz. Im Deutschen ist Soldatenrosenkranz üblich. Gemeint ist ein Rosenkranz aus Metall an einer Kugelkette, der für den harten Gebrauch gemacht ist.

Darf man einen Combat Rosary um den Hals tragen?

Einen Combat Rosary um den Hals zu tragen, verbietet das Kirchenrecht von 1917 nicht ausdrücklich. Geweihte Dinge sind aber ehrfürchtig zu behandeln und nicht profan zu gebrauchen (can. 1150). Wer ihn trägt, um ihn griffbereit zu haben und zu beten, gebraucht ihn seinem Zweck gemäß. Ausführlich dazu: Rosenkranz als Kette tragen.

Kann man einen Combat Rosary weihen lassen?

Einen Combat Rosary lässt man wie jeden anderen Rosenkranz von einem Priester weihen. Nach dem Kirchenrecht von 1917 kann jeder Priester segnen, ausgenommen vorbehaltene Segnungen (can. 1147 § 2); ungültig ist eine Segnung, wenn er nicht die von der Kirche vorgeschriebene Formel gebraucht (can. 1148 § 2). Fragen Sie nach der heiligen Messe danach.

Ist ein Combat Rosary für Kinder geeignet?

Ein Combat Rosary ist nicht für kleine Kinder gemacht; für die Soldiers Edition sagt unser Sicherheitshinweis ausdrücklich: nicht geeignet für Kinder unter drei Jahren, weil verschluckbare Kleinteile. Älteren Kindern und Jugendlichen kann man ihn schenken, etwa die kompakte Form für die Hosentasche.

Quellen
  1. Michael Williams: American Catholics in the War. National Catholic War Council 1917 bis 1921, New York 1921, S. 104 bis 105, 261 und 293 bis 294. archive.org
  2. Maurice Francis Egan, John B. Kennedy: The Knights of Columbus in Peace and War, Band 1, New Haven 1920, S. 19 und 22. archive.org
  3. Codex Iuris Canonici von 1917, can. 1144, 1147, 1148 und 1150 (De Sacramentalibus). codex-iuris-canonici.de
  4. Thomas von Aquin: Summa theologiae II-II, q. 96, a. 4. corpusthomisticum.org
  5. Breviarium Romanum, Fest des heiligen Rosenkranzes, 7. Oktober, Matutin, Lesungen 4 bis 6, Rubriken von 1960. divinumofficium.com
  6. Katholischer Katechismus der Bistümer Deutschlands, 1955, Lehrstück 59 (Die Gemeinschaft der Heiligen), S. 107. archive.org
  7. Anselm Schott: Das Messbuch der heiligen Kirche, 4. Auflage, Freiburg 1894, Gebete nach der heiligen Messe.
  8. Sammlerangaben: Gloria und Helen Hoffner, Rosary Collector, 25. Mai 2014; The Sacred Bead, 1. November 2010; lilliameadow, „The myth of the Government Issue rosary“. Ohne eigene Belege, nur als Stand der Sammlerdiskussion.
  9. Produktangaben aus dem Sortiment des MarcellusOnlineShop, Stand 26. Oktober 2026.

Zuletzt geprüft am 26. Oktober 2026.

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