Devotionalien

Benediktusmedaille: Bedeutung der Buchstaben und richtiger Gebrauch

Fast dreißig Buchstaben auf einer Münze: Was jedes Kürzel der Benediktusmedaille bedeutet, woher sie stammt und warum sie ein Gebet ist und kein Amulett.

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Auf einer Medaille, kaum größer als eine Münze, stehen fast dreißig Buchstaben. Wer die Benediktusmedaille zum ersten Mal genauer ansieht, erkennt ein Kreuz, ein paar Kürzel am Rand und das Wort PAX. Dahinter steht ein vollständiges lateinisches Gebet. Dieser Ratgeber erklärt jeden Buchstaben, die Bilder auf der Vorderseite, die Geschichte aus dem Kloster Metten und die Frage, die viele zuerst stellen: Schützt die Medaille?

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Benediktusmedaille ist ein Sakramentale der katholischen Kirche: ein geweihter Andachtsgegenstand zu Ehren des heiligen Ordensvaters Benedikt von Nursia (um 480 bis 547).
  • Die Buchstaben auf der Rückseite sind die Anfangsbuchstaben zweier lateinischer Gebete gegen das Böse, etwa Crux sacra sit mihi lux: „Das heilige Kreuz sei mir Licht.“
  • Ihre Deutung wurde 1647 im bayerischen Kloster Metten wiederentdeckt. Papst Benedikt XIV. verband sie 1742 mit Ablässen.
  • Die Medaille wirkt nicht wie ein Amulett. Durch Sakramentalien erlangt die Kirche Wirkungen vor allem geistlicher Art kraft ihrer Fürbitte (Codex des kanonischen Rechts von 1917, can. 1144).

Was ist die Benediktusmedaille?

Die Benediktusmedaille ist eine runde Medaille mit dem heiligen Benedikt von Nursia auf der Vorderseite und einem Kreuz mit lateinischen Gebetskürzeln auf der Rückseite. Die Kirche zählt sie zu den Sakramentalien, also zu den geweihten Dingen, durch die sie kraft ihrer Fürbitte Gottes Gnade für die Gläubigen erfleht.

Benedikt gründete um 529 das Kloster Monte Cassino und schrieb die heilige Regel, nach der die Benediktiner leben. Sein Fest begeht die Kirche am 21. März, seinem Todestag. Die Medaille ist kein Ordensabzeichen, sondern ein Zeichen für alle Gläubigen. Man findet sie als Anhänger, als Mittelstück eines Rosenkranzes oder eingelassen in ein Kreuz. Diese Kreuzform heißt Benediktuskreuz, trägt aber dieselben Inschriften.

Was bedeuten die Buchstaben auf der Benediktusmedaille?

Die Buchstaben auf der Rückseite der Benediktusmedaille sind Anfangsbuchstaben lateinischer Gebete. Auf dem Kreuz steht ein Doppelvers über das Kreuz als Licht, in den Winkeln der Name des Kreuzes, am Rand eine Abwehrformel gegen den Satan. Zusammen ergeben sie ein vollständiges Gebet, das sich in wenigen Sekunden sprechen lässt.

Kürzel Lateinisch Deutsch
C S P B Crux Sancti Patris Benedicti Kreuz des heiligen Vaters Benedikt (in den vier Winkeln)
C S S M L Crux sacra sit mihi lux Das heilige Kreuz sei mir Licht (senkrechter Balken)
N D S M D Non draco sit mihi dux Nicht der Drache sei mir Führer (waagrechter Balken)
V R S Vade retro, Satana Weiche zurück, Satan
N S M V Numquam suade mihi vana Rate mir niemals Eitles
S M Q L Sunt mala quae libas Böse ist, was du mir einschenkst
I V B Ipse venena bibas Trinke selbst dein Gift
PAX Pax Friede, Wahlspruch der Benediktiner (oben)

Der „Drache“ ist ein biblisches Bild für den Satan (Apk 12, 9). Die Randformel greift die Szene auf, in der Benedikt einen vergifteten Becher segnet. Auf manchen älteren Medaillen steht über dem Kreuz statt PAX das Christusmonogramm IHS.

Crux sacra sit mihi lux, non draco sit mihi dux.
Vade retro, Satana, numquam suade mihi vana;
sunt mala quae libas, ipse venena bibas.

Das heilige Kreuz sei mir Licht, nicht der Drache sei mir Führer.
Weiche zurück, Satan, rate mir niemals Eitles;
böse ist, was du mir einschenkst, trinke selbst dein Gift.

Benediktussegen, nach dem Mettener Codex

Was zeigt die Vorderseite der Benediktusmedaille?

Die Vorderseite der Benediktusmedaille zeigt den heiligen Benedikt mit einem Kreuz in der rechten und seiner Ordensregel in der linken Hand. Neben ihm stehen ein zerbrochener Becher und ein Rabe mit einem Brot. Beide Bilder erinnern an zwei Mordanschläge mit Gift, die Benedikt nach der Überlieferung überlebte.

Wandbild des heiligen Benedikt in Schwarz und Gold, daneben die Benediktusmedaille mit Kreuz und Buchstaben
Der heilige Benedikt mit Kreuz und Regel, daneben die Rückseite der Medaille. Motiv des Wandbilds aus unserem Sortiment.

Papst Gregor der Große erzählt beide Begebenheiten um 593 in seinen Dialogen. Mönche, denen Benedikts Strenge lästig war, reichten ihm vergifteten Wein. Als er das Kreuzzeichen darüber machte, zersprang der Becher. Später schickte ihm ein neidischer Priester vergiftetes Brot, das Benedikt einem Raben zum Forttragen gab. Auf vielen Medaillen umläuft die Vorderseite die Inschrift Eius in obitu nostro praesentia muniamur: „Seine Gegenwart stärke uns in unserer Todesstunde.“ Benedikt gilt deshalb auch als Patron der Sterbenden.

„Höre, o Sohn, auf die Vorschriften des Meisters und neige das Ohr deines Herzens.“

Regula S. Benedicti, Prolog: Ausculta, o fili, praecepta magistri

Woher stammt die Benediktusmedaille?

Die Benediktusmedaille stammt aus Bayern. Im Straubinger Hexenprozess von 1647 sagten Angeklagte aus, sie hätten über das Kloster Metten keine Macht gehabt, weil dort Benediktuskreuze angebracht seien. Die Mönche fanden daraufhin alte Wandmalereien mit den Buchstaben und in ihrer Bibliothek eine Handschrift, die deren Bedeutung erklärte.

Die Handschrift aus dem frühen 15. Jahrhundert zeigt eine Gestalt mit einem Stab, auf dem der Kreuzvers steht, und einer Schriftrolle mit dem Vade retro, Satana. Seit dem 17. Jahrhundert wird die Gestalt als Benedikt gedeutet. Danach verbreitete sich die Medaille rasch, zeitweise auch als Zaubermittel, was einige Bischöfe zu Verboten veranlasste. Mit dem Breve vom 12. März 1742 ordnete Papst Benedikt XIV. ihren Gebrauch kirchlich ein und verband ihn mit Ablässen.

Die heute verbreitete Form ist die Jubiläumsmedaille von 1880. Sie entstand zum 1400. Geburtstag Benedikts für die Erzabtei Monte Cassino.

Schützt die Benediktusmedaille vor dem Bösen?

Die Benediktusmedaille schützt nicht aus eigener Kraft. Sie ist ein Gebet um Schutz, kein Amulett. Nach dem Kirchenrecht von 1917 erlangt die Kirche durch Sakramentalien geistliche Wirkungen kraft ihrer Fürbitte, nicht durch den Gegenstand selbst (can. 1144).

Die überlieferte Theologie unterscheidet genau: Die Sakramente wirken aus der vollzogenen Handlung selbst, die Sakramentalien kraft des Gebetes der Kirche und der frommen Gesinnung dessen, der sie gebraucht.

Der heilige Thomas von Aquin hat die Grenze zum Aberglauben gezogen. Geweihte Worte bei sich zu tragen, ist erlaubt, wenn man dabei allein auf die Ehrfurcht vor Gott schaut, von dem man die Wirkung erwartet. Abergläubisch wird es, wenn man seine Hoffnung auf die Art des Schreibens oder Umbindens setzt. Das Zeichen des Kreuzes nennt er ausdrücklich als erlaubt (Summa theologiae II-II, q. 96, a. 4). Die Medaille hat ihren Sinn also im frommen Gebrauch: Wer sie trägt, spricht mit ihr ein Bekenntnis zum Kreuz und eine Absage an den bösen Feind.

Wie trägt man die Benediktusmedaille richtig?

Eine vorgeschriebene Trageweise für die Benediktusmedaille gibt es nicht. Üblich sind drei Formen: als Anhänger am Hals, als Mittelstück oder Kreuz am Rosenkranz und im Haus über der Tür. Vor dem Gebrauch lässt man die Medaille von einem Priester weihen, denn erst die Weihe macht sie zum Sakramentale.

Das Rituale Romanum kennt für die Benediktusmedaille eine eigene Weiheformel, und eine Weihe ist nur gültig, wenn die von der Kirche vorgeschriebene Formel gebraucht wird (CIC 1917, can. 1148 § 2). Fragen Sie den Priester nach der heiligen Messe, er weiht Andachtsgegenstände in der Regel gern. Wer die Medaille am Rosenkranz trägt, kann den Benediktussegen zu Beginn oder am Ende des Gebets sprechen.

Aus der Werkstatt

In unseren St.-Benediktus-Rosenkränzen sitzt die Medaille als Mittelstück, dort wo die Perlenkette zum Kruzifix abzweigt. Geknüpft wird aus 550er Paracord, einer reißfesten Fallschirmleine. Mit Kreuz ist der Rosenkranz etwa 56 cm lang und damit groß genug für die ganze Hand.

Weil die Medaille bei jedem Gebet durch die Finger geht, setzen wir sie so, dass sie flach liegt und nicht verdreht.

St.-Benediktus-Rosenkranz aus schwarzem Paracord mit silbernen Edelstahlperlen und Benediktusmedaille Im Artikel erwähnt St. Benediktus Paracord-Rosenkranz Handgeknüpft aus schwarzem 550er Paracord, mit Edelstahlperlen, Benediktusmedaille und Kruzifix. Zum Rosenkranz

Häufige Fragen zur Benediktusmedaille

Was ist der Unterschied zwischen Benediktusmedaille und Benediktuskreuz?

Benediktusmedaille und Benediktuskreuz tragen dieselben Inschriften. Die Medaille ist rund und zeigt auf der Vorderseite den heiligen Benedikt. Das Benediktuskreuz ist ein Kreuz, in das die Medaille eingelassen ist, oft als Rosenkranzkreuz oder als Wandkreuz.

Darf man eine Benediktusmedaille verschenken?

Eine Benediktusmedaille darf man verschenken, geweiht oder ungeweiht. Beliebt ist sie zur Taufe, zur Erstkommunion, etwa an einem Rosenkranz mit Glasperlen, und zum Einzug in ein neues Haus.

Was mache ich mit einer zerbrochenen geweihten Medaille?

Eine zerbrochene geweihte Medaille wirft man nicht in den Hausmüll. Geweihte Dinge sind ehrfürchtig zu behandeln und nicht zu profanem Gebrauch zu verwenden (CIC 1917, can. 1150). Üblich ist, sie zu vergraben oder dem Pfarrer zu übergeben.

Quellen
  1. Codex Iuris Canonici von 1917, can. 1144 bis 1150 (De Sacramentalibus). codex-iuris-canonici.de
  2. Thomas von Aquin: Summa theologiae II-II, q. 96, a. 4. corpusthomisticum.org
  3. Gregor der Große: Dialoge, Buch II, Kapitel 3 und 8 (Leben des heiligen Benedikt).
  4. Benedikt XIV.: Breve vom 12. März 1742 zur Benediktusmedaille.
  5. Regula S. Benedicti, Prolog, nach dem lateinischen Text wörtlich übersetzt.

Zuletzt geprüft am 19. Oktober 2026.

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