Wie viele Perlen ein Rosenkranz hat: der Aufbau erklärt
59 Perlen, ein Kreuz, ein Mittelstück: welche Perle zu welchem Gebet gehört, warum der ganze Rosenkranz 150 Ave Maria zählt und woher die Gebetsschnur kommt.
Ein Rosenkranz mit fünf Gesätzen hat 59 Perlen: 6 große und 53 kleine, dazu ein Kreuz und ein Mittelstück. Fünfzig der kleinen Perlen bilden im Ring fünf Gesätze zu je zehn Ave Maria, drei weitere hängen mit den zwei übrigen großen Perlen am Anhänger zum Kreuz. Wer weiß, wie die Perlen angeordnet sind und welche zu welchem Gebet gehört, muss beim Beten nicht mitzählen. Dieser Ratgeber zeigt den Aufbau Perle für Perle, erklärt, warum der ganze Rosenkranz 150 Ave Maria hat, und wozu Kreuz und Mittelstück da sind.
- Ein Rosenkranz ist eine Gebetsschnur mit Kreuz, Mittelstück und Perlen, an der man die Gebete des Rosenkranzes abzählt. Der gewöhnliche Rosenkranz mit fünf Gesätzen hat 59 Perlen.
- Die 6 großen Perlen gehören dem Vater unser, die 53 kleinen dem Ave Maria: 50 im Ring, 3 am Anhänger.
- Die gewöhnliche Kette trägt fünf Gesätze, ein Drittel des ganzen Rosenkranzes. Der ganze Rosenkranz hat fünfzehn Gesätze mit 150 Ave Maria, so viele, wie der Psalter Psalmen hat.
- Papst Leo XIII. bestimmte 1898, dass Rosenkränze nur aus fünf, zehn oder fünfzehn Zehnern bestehen.
Wie viele Perlen hat ein Rosenkranz?
Ein Rosenkranz mit fünf Gesätzen hat 59 Perlen. Sechs große Perlen gehören dem Vater unser, 53 kleine dem Ave Maria: fünfzig im Ring, zu fünf Zehnern geordnet, und drei am Anhänger zwischen Kreuz und Mittelstück.
| Anzahl | Teil und Gebet |
|---|---|
| 1 | Kreuz: Kreuzzeichen und Glaubensbekenntnis |
| 2 | große Perlen am Anhänger: je ein Vater unser |
| 3 | kleine Perlen am Anhänger: drei Ave Maria um Glaube, Hoffnung und Liebe |
| 1 | Mittelstück: verbindet Anhänger und Ring |
| 4 | große Perlen im Ring: das Vater unser zwischen den Gesätzen |
| 50 | kleine Perlen im Ring: fünf Gesätze zu je zehn Ave Maria |
| 59 | Perlen zusammen: 6 große und 53 kleine |
Die Rechnung ist einfach: Fünf Gesätze zu zehn Perlen ergeben 50, mit den drei Perlen am Anhänger 53 kleine Perlen. Für die fünf Vater unser der Gesätze liegen vier große Perlen im Ring, die fünfte sitzt am Anhänger direkt unter dem Mittelstück. Dazu kommt die erste große Perle über dem Kreuz. So entstehen sechs große Perlen. Wie man die Gebete dazu spricht, zeigt Perle für Perle der Gebetsbegleiter zum Rosenkranz.
Wie ist ein Rosenkranz aufgebaut?
Ein Rosenkranz besteht aus einem Ring und einem Anhänger. Der Anhänger trägt das Kreuz, eine große Perle, drei kleine und eine zweite große Perle. Am Mittelstück beginnt der Ring mit fünf Gesätzen zu je zehn kleinen Perlen, die vier große Perlen voneinander trennen.
- Am Kreuz: Kreuzzeichen und Glaubensbekenntnis.
- Erste große Perle: Ehre sei dem Vater und Vater unser.
- Drei kleine Perlen: drei Ave Maria um die göttlichen Tugenden, danach Ehre sei dem Vater.
- Zweite große Perle: das erste Geheimnis ankündigen und das Vater unser beten.
- Mittelstück: Hier beginnt und endet der Ring.
- Zehn kleine Perlen: zehn Ave Maria mit dem Geheimnis, dann Ehre sei dem Vater, Fatimagebet und „O Maria, ohne Sünde empfangen“.
- Große Perle im Ring: das nächste Geheimnis ankündigen und das Vater unser des nächsten Gesätzes beten. Nach dem fünften Gesätz folgen Salve Regina und das Gebet zum heiligen Erzengel Michael.
Denselben Anfang hat der Katholische Katechismus der Bistümer Deutschlands von 1955: Kreuzzeichen, Glaubensbekenntnis, Ehre sei, Vater unser, drei Ave Maria, Ehre sei, Vater unser. Er fügt in die drei ersten Ave Maria nach dem Namen Jesus ein: „der den Glauben in uns vermehre“, „der die Hoffnung in uns stärke“, „der die Liebe in uns entzünde“. Ein englischsprachiges Ratgeberbuch für Katholiken von 1892 beschreibt den Anfang ebenso: das Glaubensbekenntnis am Kruzifix, auf der großen Perle Ehre sei und Vater unser, auf den drei kleinen drei Ave Maria.
Was bedeuten die großen und die kleinen Perlen?
Die großen Perlen des Rosenkranzes gehören dem Vater unser, die kleinen dem Ave Maria. Die Perlen sind ein Zählwerk: Sie ersparen das Abzählen an den Fingern, wenn ein Gebet viele Male wiederholt wird. So bleibt der Sinn frei für die Betrachtung der Geheimnisse.
Gebetsschnüre sind älter als der Rosenkranz. Die Catholic Encyclopedia von 1912 berichtet nach Palladius von einem Einsiedler namens Paulus, der sich im 4. Jahrhundert täglich dreihundert Gebete auferlegte und dafür dreihundert Kieselsteine sammelte, von denen er nach jedem Gebet einen fortwarf. Von den Mönchen der griechischen Kirche wird eine Schnur mit hundert Knoten berichtet, an der sie Kniebeugen und Kreuzzeichen zählten. Die Gräfin Godiva von Coventry vermachte um 1075 einer Marienstatue in einem Kloster einen Reif aus Edelsteinen, den sie aufgefädelt hatte, um ihre Gebete genau zu zählen.
Im Mittelalter hießen solche Schnüre in ganz Europa „Paternoster“, weil man an ihnen lange vor allem Vater unser zählte; das Ave Maria wurde erst um die Mitte des 12. Jahrhunderts allgemein gebetet. In Paris gab es 1268 vier Zünfte von Paternostermachern, in London bewahrt die Paternoster Row die Erinnerung an die Straße, in der sich ihre englischen Zunftgenossen sammelten. Das englische Wort bead für die Perle geht nach der Catholic Encyclopedia auf das alte sächsische Wort bede zurück, das Gebet bedeutet.
Warum hat der ganze Rosenkranz 150 Ave Maria?
Der ganze Rosenkranz hat 150 Ave Maria, weil er dem Psalter nachgebildet ist, der 150 Psalmen zählt. Er umfasst fünfzehn Gesätze, je fünf für die freudenreichen, schmerzhaften und glorreichen Geheimnisse. Die gewöhnliche Kette mit fünf Gesätzen ist ein Drittel davon.
Der heilige Papst Pius V. beschreibt den Rosenkranz am 17. September 1569 in der Bulle Consueverunt Romani Pontifices als Psalter der seligen Jungfrau Maria, in dem der Englische Gruß hundertfünfzigmal wiederholt wird, nach der Zahl der Psalmen Davids, und zu jedem Zehner das Gebet des Herrn. Das Römische Brevier spricht am 7. Oktober von fünfzehn Zehnern des Englischen Grußes, die durch das Gebet des Herrn abgeteilt werden. Die Catholic Encyclopedia erklärt den Hintergrund: Mönche beteten für verstorbene Mitbrüder 150 oder 50 Psalmen; nach den Gewohnheiten von Cluny, 1096 aufgezeichnet, sprach wer nicht Priester war ersatzweise fünfzig Psalmen oder fünfzigmal das Vater unser.
„Dem Rosenkranz soll seine echte Gestalt bewahrt bleiben, so dass die Ketten aus nichts anderem als aus fünf, zehn oder fünfzehn Zehnern von Perlen bestehen.“
Leo XIII., Ubi primum, 2. Oktober 1898, Nr. XIII · eigene Übersetzung
Im Lateinischen heißt es coronae non aliter quam ex quinque aut decem aut quindecim granorum decadibus coalescant (Acta Sanctae Sedis 31, S. 261). Ein Rosenkranz mit fünf Gesätzen trägt also ein Drittel des Psalters, einer mit fünfzehn den ganzen. Die Raccolta von 1943 knüpft einen Teilablass von fünf Jahren an ein andächtig gebetetes Drittel des Rosenkranzes (Nr. 360); vorausgesetzt ist der Stand der Gnade (CIC 1917, can. 925 § 1).
Welche Rolle haben Kreuz und Mittelstück?
Am Kreuz beginnt der Rosenkranz mit dem Kreuzzeichen und dem Glaubensbekenntnis. Das Mittelstück verbindet Ring und Anhänger und markiert Anfang und Ende der fünf Gesätze. Meist trägt es eine Medaille, etwa die Wundertätige Medaille, die Benediktusmedaille oder das Antlitz Christi.
Weil am Kreuz das Glaubensbekenntnis gebetet wird, ist es das erste Stück, das man beim Rosenkranz in die Hand nimmt. Viele unserer Paracord-Rosenkränze tragen ein Kruzifix, etwa das Pardon-Kruzifix, andere das Benediktuskreuz. Mittelstück und Kreuz lassen sich bei uns frei kombinieren.
Ein geweihter Rosenkranz ist ein Sakramentale, also eines der Dinge, deren sich die Kirche bedient, um durch ihre Fürbitte Wirkungen vor allem geistlicher Art zu erlangen (Codex des kanonischen Rechts von 1917, can. 1144). Er wirkt nicht aus sich selbst, sondern durch das Gebet der Kirche und die fromme Gesinnung dessen, der ihn gebraucht. Nach der Raccolta von 1943 gewinnt zusätzliche Ablässe, wer beim Beten einen Rosenkranz gebraucht, den ein Dominikaner oder ein anderer Priester mit besonderer Vollmacht geweiht hat (Nr. 360, Anmerkung 2).
Damit die Hand den Unterschied spürt, haben bei vielen unserer Paracord-Rosenkränze die großen und die kleinen Perlen unterschiedliche Größen. Beim St.-Benediktus-Rosenkranz sind die Ave-Perlen 10 mm groß, die Vater-unser-Perlen 12 mm und mit einem Kreuzmuster versehen. Geknüpft wird aus schwarzem 550er Paracord von 4 mm Stärke, mit Kreuz ist der Rosenkranz etwa 56 cm lang.
Die Abstände zwischen den Perlen legen wir so an, dass der Daumen bequem dazwischen passt. Engere oder weitere Abstände knüpfen wir auf Wunsch.
Im Artikel erwähnt
St. Benediktus Paracord-Rosenkranz anthrazit
Handgeknüpft aus 550er Paracord, Ave-Perlen 10 mm, Vater-unser-Perlen 12 mm, mit Benediktusmedaille.
Zum Rosenkranz
Häufige Fragen zu den Perlen des Rosenkranzes
Wie viele Ave Maria hat ein Rosenkranz?
Ein Rosenkranz mit fünf Gesätzen hat 53 Ave Maria: zehn in jedem der fünf Gesätze und drei am Anfang. Wer den ganzen Rosenkranz mit allen fünfzehn Geheimnissen betet, spricht in den Gesätzen 150 Ave Maria.
Wie viele Perlen hat ein Fingerrosenkranz?
Ein Fingerrosenkranz trägt ein einzelnes Gesätz: zehn kleine Perlen für die Ave Maria und eine große für das Vater unser, dazu meist Kreuz und Medaille. Genau genommen ist er eine Zählhilfe, an der man den Rosenkranz Zehner für Zehner betet; Leo XIII. wollte den Namen Rosenkranz den Ketten mit fünf, zehn oder fünfzehn Zehnern vorbehalten. Unsere Fingerrosenkränze aus Paracord passen in die Hosentasche.
Haben alle Rosenkränze 59 Perlen?
Nicht alle Rosenkränze haben 59 Perlen. 59 Perlen hat der gewöhnliche Rosenkranz mit fünf Gesätzen. Nach der Konstitution Leos XIII. von 1898 gibt es Rosenkränze mit fünf, zehn oder fünfzehn Zehnern; die mit fünfzehn tragen den ganzen Psalter.
Wie lange dauert ein Rosenkranz mit fünf Gesätzen?
Ein Rosenkranz mit fünf Gesätzen dauert etwa zwanzig Minuten. Wer weniger Zeit hat, betet ein einzelnes Gesätz. Einen Rosenkranz für jeden Tag finden Sie unter handgeknüpfte Rosenkränze.
- Leo XIII.: Constitutio Apostolica Ubi primum, 2. Oktober 1898, Nr. XIII. Acta Sanctae Sedis 31 (1898/99), S. 257 ff., hier S. 261. archive.org
- Pius V.: Bulle Consueverunt Romani Pontifices, 17. September 1569, englische Übersetzung. papalencyclicals.net
- Breviarium Romanum (Rubriken 1960): 7. Oktober, Matutin, 4. Lesung. divinumofficium.com
- The Raccolta, autorisierte englische Ausgabe der Preces et pia opera von 1938, New York: Benziger 1943, Nr. 360 mit Anmerkungen. archive.org
- Katholischer Katechismus der Bistümer Deutschlands, 1955, Gebetsanhang „Der Rosenkranz“, S. 280. archive.org
- Lelia H. Bugg: The Correct Thing for Catholics, 1892, Kapitel über das Rosenkranzgebet. archive.org
- Herbert Thurston, Andrew Shipman: Rosary. In: The Catholic Encyclopedia, Bd. 13, New York 1912. newadvent.org
- Codex Iuris Canonici von 1917, can. 925 § 1 und can. 1144. codex-iuris-canonici.de
- Gebetstexte und Ablauf: Gebetsbegleiter des MarcellusOnlineShop (Hausstandard).
Zuletzt geprüft am 19. Oktober 2026.
Die Werkstatt des MarcellusOnlineShop
Wir knüpfen Rosenkränze von Hand in unserer Werkstatt in Deutschland und schreiben im Ratgeber über Gebete, Devotionalien und den überlieferten katholischen Glauben.


