Haussegen: Segen und Gebet für das christliche Zuhause
Kreide an der Tür, Weihwasser in den Rauhnächten, das Herz-Jesu-Bild in der Stube: wie die Kirche ein Haus segnet und wie eine Familie ihr Zuhause unter Gottes Schutz stellt.
Über mancher Haustür stehen nach dem Dreikönigstag drei Buchstaben in Kreide, im Flur hängt ein Kreuz, und in der Stube ein Bild des heiligsten Herzens Jesu. Das alles kann man Haussegen nennen. Gemeint ist im Kern aber etwas anderes als ein Spruch an der Wand: die Bitte, dass Gott ein Haus und alle, die darin wohnen, segne. Dieser Ratgeber zeigt, wie die Kirche Häuser segnet, was die Kreidezeichen C+M+B bedeuten, wie eine Familie ihr Haus in den Rauhnächten segnet und was die Weihe an das Herz Jesu ist.
- Ein Haussegen ist die Segnung eines Hauses und seiner Bewohner; im Rituale Romanum stehen dafür eigene Formeln, etwa Benedic, Domine, Deus omnipotens, domum istam, „Segne, o Herr, allmächtiger Gott, dieses Haus“.
- Der Priester segnet Häuser nach dem Rituale in der Osterzeit mit dem am Karsamstag geweihten Taufwasser und am Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar.
- C+M+B mit der Jahreszahl wird mit geweihter Kreide an die Tür geschrieben. Die Weiheformel des Rituale nennt dazu die Namen der heiligen drei Weisen Caspar, Melchior und Balthasar.
- Ein Haussegen wirkt nicht wie ein Amulett. Die Kirche erlangt durch Sakramentalien Wirkungen vor allem geistlicher Art kraft ihrer Fürbitte (Codex des kanonischen Rechts von 1917, can. 1144).
Was ist ein Haussegen?
Ein Haussegen ist die Bitte um Gottes Segen für ein Haus und alle, die darin wohnen. Im engen Sinn ist es die Segnung durch einen Priester nach dem Rituale Romanum; im weiteren Sinn heißen so auch die Bräuche, mit denen eine Familie ihr Zuhause unter Gottes Schutz stellt.
Die Segnung eines Hauses gehört zu den Sakramentalien, also zu den Handlungen, mit denen die Kirche in einer gewissen Nachahmung der Sakramente vor allem geistliche Gaben erbittet (CIC 1917, can. 1144). Sie hat ein Vorbild im Evangelium. Unser Herr sandte die Jünger aus und trug ihnen auf: „Wo ihr immer in ein Haus kommet, da saget zuerst: Der Friede sey mit diesem Hause“ (Lk 10, 5, nach Allioli).
Mit diesem Gruß, Pax huic domui, betritt der Priester nach dem Rituale das Haus, das er segnet. Zum Haussegen im weiteren Sinn gehören das Kreuz an der Wand, das Weihwasser im Haus, die Kreidezeichen des Dreikönigstags und die Weihe der Familie an das heiligste Herz Jesu. Für das Kreuz an der Wand finden Sie eine Auswahl unter unseren Kreuzen.
Wie segnet der Priester ein Haus?
Der Priester segnet ein Haus nach dem Rituale Romanum: Er grüßt mit „Pax huic domui“, besprengt die Räume und die Bewohner mit Weihwasser, betet dabei einen Psalmvers und schließt mit einer Oration, die Gott bittet, seinen heiligen Engel zum Schutz der Bewohner zu senden.
Das Rituale kennt mehrere Formen. Am Karsamstag und in der ganzen Osterzeit besucht der Pfarrer die Häuser seiner Pfarrei mit dem Wasser, das am Karsamstag im Taufbrunnen geweiht wurde, und betet die Antiphon Vidi aquam, „Ich sah Wasser“ (Tit. VIII, cap. 4). Außerhalb der Osterzeit nimmt er das Asperges me, „Besprenge mich“ (cap. 5).
Die Oration der Osterzeit erinnert an die Häuser der Hebräer beim Auszug aus Ägypten, die mit dem Blut des Lammes bezeichnet und vom Würgengel verschont wurden. Sie bittet, Gott möge seinen heiligen Engel senden, qui custodiat, foveat, protegat, visitet, atque defendat omnes habitantes in hoc habitaculo, der alle Bewohner dieses Hauses behüte, umsorge, beschütze, besuche und verteidige.
Die Häuser der Pfarrei segnet in der Osterzeit nach der Rubrik der Pfarrer oder ein anderer Priester mit seiner Erlaubnis. Für die einfache Segnung eines Ortes oder Hauses, um die man zum Beispiel beim Einzug bitten kann, gibt es die kurze Benedictio loci vel domus (cap. 6). Solche Segnungen darf jeder Priester spenden, ausgenommen die vorbehaltenen (CIC 1917, can. 1147 § 2).
Benedic, Domine, Deus omnipotens, domum istam: ut sit in ea sanitas, castitas, victoriae virtus, humilitas, bonitas, et mansuetudo, plenitudo legis, et gratiarum actio Deo Patri, et Filio, et Spiritui Sancto; et haec benedictio maneat super hanc domum, et super habitantes in ea. Per Christum, Dominum nostrum. Amen.
Laßt uns beten. Segne, o Herr, allmächtiger Gott, dieses Haus, daß darin herrsche Gesundheit, Güte und Milde, daß man deine Gebote erfülle und dankbaren Sinnes sei gegen Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Und dieser Segen bleibe allezeit über diesem Haus und allen seinen Bewohnern. Durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Lateinisch: Rituale Romanum, Appendix, Benedictio domorum in Festo Epiphaniae (Ausgabe Regensburg 1937, S. 390; ähnlich Tit. VIII, cap. 6). Deutsch in der kürzeren Hausform: „Heiliges Volk“, Bistum St. Pölten 1960, S. 188
Was bedeutet C+M+B an der Haustür?
C+M+B sind die Anfangsbuchstaben der heiligen drei Weisen Caspar, Melchior und Balthasar. Man schreibt sie mit geweihter Kreide und der neuen Jahreszahl an die Haustür. Das Rituale Romanum kennt dafür eine eigene Weihe der Kreide am Fest der Erscheinung des Herrn.
Im Anhang des Rituale stehen drei Segnungen für den 6. Januar: die Weihe von Gold, Weihrauch und Myrrhe, die Weihe der Kreide und die Segnung der Häuser (Benedictiones non reservatae, nicht vorbehaltene Segnungen, Nr. 4 bis 6). Die Weiheformel der Kreide bittet, dass alle, die mit dieser Kreide in domus suae portis scripserint nomina sanctorum tuorum Gasparis, Melchioris et Baltassar, also an die Türen ihres Hauses die Namen der Heiligen schreiben, auf deren Fürsprache Gesundheit des Leibes und Schutz der Seele empfangen.
Das Gebetbuch des Bistums St. Pölten von 1960 beschreibt den Brauch knapp: Weihe der Kreide, „mit der die Buchstaben C+M+B und die neue Jahreszahl an die Türen geschrieben werden“. Zum 6. Januar 2027 gehört also die Jahreszahl 2027 zu den drei Buchstaben.
Die Segnung der Häuser am Dreikönigstag beginnt mit Pax huic domui und der Antiphon Ab Oriente venerunt Magi, „Aus dem Morgenland kamen die Weisen nach Bethlehem, den Herrn anzubeten …“. Während das Magnificat gebetet wird, besprengt der Priester das Haus mit Weihwasser und beräuchert es mit Weihrauch.
Wie segnet die Familie ihr Haus in den Rauhnächten?
In den drei Rauhnächten, den Vorabenden von Weihnachten, Neujahr und Dreikönig, geht der Hausvater mit Weihwasser und Weihrauch durch das Haus, während die Familie ein Weihnachtslied singt. Zurück in der Stube betet er das Gebet des Festes und das Segensgebet für das Haus.
So beschreibt es das Gebetbuch „Heiliges Volk“ des Bistums St. Pölten von 1960, S. 186 bis 188. Man bereitet Weihwasser und ein Gefäß mit glühender Kohle vor, auf die Weihrauch gelegt wird. Der Hausvater nimmt einen Sohn oder ein anderes Familienmitglied mit. Jede der drei Nächte hat einen eigenen Vorspruch und die Oration des Festes, am Vorabend von Dreikönig etwa: „Die Weisen taten ihre Schätze auf und brachten dem Herrn dar Gold, Weihrauch und Myrrhe.“ Den Abschluss bilden das Segensgebet „Segne, o Herr, allmächtiger Gott, diesen Raum (dieses Haus)“ und der Ruf „Die göttliche Hilfe bleibe allezeit mit uns. Amen.“
Ein Unterschied bleibt wichtig: Den liturgischen Segen des Rituale spendet der Priester, denn der rechtmäßige Spender der Sakramentalien ist ein Kleriker (CIC 1917, can. 1146). Der Hausvater segnet als Vater seiner Familie, indem er für sie betet und das geweihte Wasser gebraucht.
Was ist die Weihe des Hauses an das Herz Jesu?
Die Weihe an das heiligste Herz Jesu ist ein Gebet, mit dem eine Familie Christus als König ihres Hauses anerkennt. Sie wird vor einem Bild des Herzens Jesu gesprochen und jedes Jahr erneuert. Pius X. und Benedikt XV. haben sie mit Ablässen ausgezeichnet.
Die Weiheformel steht in den Preces et pia opera von 1952 unter Nr. 705. Sie beginnt mit der Erinnerung, dass Christus der heiligen Margareta Maria seinen Wunsch geoffenbart habe, über die christlichen Familien zu herrschen. Am Tag der ersten Weihe erhalten die Familienmitglieder, die das Gebet vor dem Bild sprechen, einen Ablass von sieben Jahren und, wenn sie die üblichen Bedingungen erfüllen, einen vollkommenen; bei der jährlichen Erneuerung drei Jahre und ebenfalls einen vollkommenen Ablass.
Die üblichen Bedingungen sind nach derselben Sammlung Beichte, Kommunion, der Besuch einer Kirche oder eines öffentlichen Oratoriums und ein Gebet nach Meinung des Heiligen Vaters. Papst Benedikt XV. erinnerte 1917 daran, dass er am 27. April 1915 die Ablässe, die sein Vorgänger Pius X. für diese Weihe gewährt hatte, auf alle ausgedehnt hatte, die ihr Haus dem heiligsten Herzen Jesu weihen.
Dignare, Cor divinum, nobis praeesse in unum convenientibus, benedicere negotiis spiritualibus et temporalibus, arcere molestias, sanctificare gaudia, poenas levare.
Würdige dich, göttliches Herz, uns vorzustehen, wenn wir beisammen sind, unser geistliches und zeitliches Tun zu segnen, Beschwerden fernzuhalten, die Freuden zu heiligen und die Leiden zu lindern.
Aus der Weihe der Familie an das heiligste Herz Jesu, Preces et pia opera, 1952, Nr. 705; deutsch aus dem Lateinischen übertragen
„Damals erfüllte Uns lebendig und heiter die Hoffnung, der göttliche Erlöser, gerufen, sichtbar an den häuslichen Herden zu herrschen, werde dort die unendlichen Schätze der Sanftmut und Demut seines liebevollsten Herzens ausgießen …“
Benedikt XV., Brief an Kardinal Gasparri vom 5. Mai 1917, Acta Apostolicae Sedis 9 (1917), S. 265 (aus dem Italienischen)
Schützt ein Haussegen das Haus?
Ein Haussegen schützt das Haus nicht aus eigener Kraft. Er ist eine Bitte an Gott, kein Amulett. Nach dem Kirchenrecht von 1917 erlangt die Kirche durch Sakramentalien Wirkungen vor allem geistlicher Art kraft ihrer Fürbitte (can. 1144). Man vertraut also auf Gott, nicht auf Kreide, Wasser oder Bild.
Auch die Gebete des Rituale sprechen so: Sie behaupten nicht, das Haus sei nun sicher, sondern bitten Gott, seinen Engel zu senden. Der heilige Thomas von Aquin hat die Grenze zum Aberglauben gezogen, gerade für geschriebene heilige Worte, die man bei sich trägt. Sie zu gebrauchen ist erlaubt, wenn man dabei allein auf die Ehrfurcht vor Gott schaut, von dem man die Wirkung erwartet. Abergläubisch wird es, wenn man die Hoffnung auf die Art des Schreibens oder Umbindens setzt oder fremde Zeichen hinzufügt; das Zeichen des Kreuzes nimmt er ausdrücklich aus (Summa theologiae II-II, q. 96, a. 4).
Sinngemäß heißt das für C+M+B an der Tür: Nicht die Form der Zeichen zählt, sondern das Gebet, mit dem man sie anschreibt, und das christliche Leben im Haus. Geweihte Dinge sind ehrfürchtig zu behandeln und nicht profan zu gebrauchen, auch wenn sie Privatbesitz sind (can. 1150).
Was schenkt man als Haussegen zum Einzug?
Als Haussegen zum Einzug eignet sich ein Kreuz oder ein Herz-Jesu-Bild für die Wand, dazu die Bitte an den Pfarrer, das neue Haus zu segnen. Wer mag, schenkt Weihwasser aus der Pfarrkirche und lädt zur Weihe der Familie an das heiligste Herz Jesu ein.
Ein Kruzifix über der Tür oder in der Stube ist der schlichteste Haussegen. Für das Herz-Jesu-Bild spricht, dass die Weihe der Familie ausdrücklich vor einem solchen Bild gebetet wird. Der Rest ist Sache des Priesters: Mit der Benedictio loci vel domus segnet er das Haus, und am Dreikönigstag weiht er die Kreide, mit der die Familie C+M+B anschreibt. Wer nicht weiß, wen er fragen soll, spricht den Priester nach der heiligen Messe an. Einen geschriebenen Haussegen führen wir nicht; ein gesegnetes Kreuz oder Herz-Jesu-Bild drückt dieselbe Bitte aus. Eine Auswahl finden Sie unter unseren Kreuzen und in den Wandbildern unseres Herrn.
Unser Wandkreuz „Siena Barock“ ist 45 cm hoch und 20 cm breit, in Italien von Hand aus Lindenholz geschnitzt und im Siena-Stil farbig bemalt. Das kleinere Wandkreuz misst 35 cm, hat ein Holzkreuz und einen handbemalten Korpus aus Kunstharz und trägt an der Rückseite schon den Aufhänger.
Das Herz-Jesu-Bild mit dem Schriftzug Sic Deus dilexit mundum, „So sehr hat Gott die Welt geliebt“, liefern wir in DIN A5 und DIN A4, ohne Rahmen. Bitten Sie den Priester, Kreuz und Bild vor dem Aufhängen zu weihen.
Im Artikel erwähnt
Herz Jesu, Christus mit Dornenkrone
Wandbild mit dem Schriftzug Sic Deus dilexit mundum, matter Druck in DIN A5 oder DIN A4.
Zum Wandbild
Häufige Fragen zum Haussegen
Wann schreibt man C+M+B an die Tür?
C+M+B schreibt man zum Fest der Erscheinung des Herrn, dem 6. Januar, an die Tür. Die Kreide dafür wird nach dem Rituale Romanum an diesem Fest geweiht, und das Gebetbuch von 1960 nennt den Brauch beim Dreikönigstag.
Darf man C+M+B selbst anschreiben?
Den Kreidesegen darf jeder selbst anschreiben. Die Weiheformel des Rituale spricht ausdrücklich von allen, die mit der geweihten Kreide die Namen der drei Weisen an die Türen ihres Hauses schreiben. Geweiht wird die Kreide vom Priester.
Wie oft wird ein Haus gesegnet?
Ein Haus kann öfter gesegnet werden. Das Rituale kennt die Segnung der Häuser in der Osterzeit und am Dreikönigstag und dazu die einfache Segnung eines Ortes oder Hauses. Die Weihe an das Herz Jesu erneuert die Familie einmal im Jahr.
Was macht man mit einem alten geweihten Kreuz oder Bild?
Ein geweihtes Kreuz oder Bild wirft man nicht in den Hausmüll. Geweihte Dinge sind ehrfürchtig zu behandeln und nicht profan zu gebrauchen (CIC 1917, can. 1150). Üblich ist, sie zu vergraben oder dem Pfarrer zu übergeben.
- Rituale Romanum, Editio quinta iuxta typicam, Regensburg 1937, Tit. VIII, cap. 4 bis 6; Appendix, Benedictiones non reservatae, Nr. 4 bis 6. librinostri.catholica.cz
- Heiliges Volk. Gebete und Gesänge zum Gottesdienst für das Bistum St. Pölten, 6. Auflage, St. Pölten 1960, S. 186 bis 188 und 204. archive.org
- Preces et pia opera, Vatikan 1952, Praenotanda 4 und Nr. 705. archive.org
- Benedikt XV.: Brief an Kardinal Gasparri vom 5. Mai 1917, Acta Apostolicae Sedis 9 (1917), S. 265 bis 267. vatican.va
- Codex Iuris Canonici von 1917, can. 1144 bis 1150. codex-iuris-canonici.de
- Thomas von Aquin: Summa theologiae II-II, q. 96, a. 4. corpusthomisticum.org
- Die Heilige Schrift, übersetzt von Joseph Franz Allioli, Bd. 5, Landshut 1839, Lk 10, 5. archive.org
Zuletzt geprüft am 19. Oktober 2026.
Die Werkstatt des MarcellusOnlineShop
Wir knüpfen Rosenkränze von Hand in unserer Werkstatt in Deutschland und schreiben im Ratgeber über Gebete, Devotionalien und den überlieferten katholischen Glauben.


